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Freitag, 02. März 2012   / 2 Jahre
Nachhaltigkeit, eine Herausforderung – Sebastian Thon, Rebecca Winter und Olexandr Filevych studieren an der Universität Hildesheim Umweltwissenschaft und Naturschutz.

Nachhaltigkeit, eine Herausforderung – Sebastian Thon, Rebecca Winter und Olexandr Filevych studieren an der Universität Hildesheim Umweltwissenschaft und Naturschutz.

Mit wachen Augen

„Wir sind keine Ökos, wir sind Umweltwissenschaftler und beraten zukünftig Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsstrategien und ihr Umweltmanagement oder sind in Umweltbehörden tätig.“ Sebastian Thon, Rebecca Winter und Olexandr Filevych studieren seit dem Wintersemester im neuen Master „Umweltwissenschaft und Naturschutz“ an der Stiftung Universität Hildesheim. Isa Lange sprach mit den Studierenden, die alle Faktoren im Blick behalten – ökonomische, politische, soziokulturelle, ökologische.

Dieses Licht muss nicht brennen. Es ist hell genug. Wachsam, mit einem scharfen Blick für die Umwelt, streifen die Studierenden über den Campus und machen auf energiesparende Optionen aufmerksam, die nichts Kosten – „außer eine Verhaltensänderung“. Sie knipsen den Lichtschalter im Treppenhaus der Universität aus. Energiesparen durch Nutzerverhalten lautet die Devise von Student Sebastian Thon. „Durch ressourcenschonenden Umgang entstehen Spielräume. Eine Änderung im Nutzerverhalten kann in öffentlichen Einrichtungen zu Energieeinsparungen von bis zu 20 Prozent führen“, sagt der 27-jährige Nordrhein-Westfale und verweist auf die Ergebnisse eines Pilotprojekts am Institut für Biologie und Chemie. In seiner Bachelorarbeit hat er das Umweltcontrolling von Universitäten verglichen und Grundlagen für eine Energiespar-Kampagne an der Universität Hildesheim erarbeitet. Nun beginnt er sein Masterstudium.

Umweltwissenschaft und Naturschutz zählen zu den zukunftsweisenden Profilelementen der Stiftungsuniversität Hildesheim. Die Hochschule hat für diesen Bereich neben dem Bachelorschwerpunkt Umweltsicherung in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung den Masterstudiengang „Umweltwissenschaft und Naturschutz“ entwickelt, der zum Wintersemester 2011/12 gestartet ist.

„Umweltproblemen und der Nachhaltigkeitsidee kann man sich mit technischen Optimierungen nähern, indem ältere Gebäude saniert oder energetisch effizientere Geräte eingesetzt werden. Man kann aber auch auf eine Verhaltensänderung beim Nutzer hinwirken. Hier kann jeder seinen Teil beitragen", bekräftigt Thon. „Wir machen uns keine falschen Hoffnungen, dass wir die ganze Welt verändern können – vielmehr zählt das tägliche Handeln des Einzelnen. Die Summe macht’s. Uns geht es um Aufklärung, darum, das Bewusstsein zu schärfen, mit der Umwelt angemessen umzugehen“, ergänzt Rebecca Winter. Auch sie will andere wachrütteln. „Wir sind realistisch, keine Öko-Fanatiker.“ Die 24-Jährige studierte zuvor in Hannover Biologie und holt in Folge des Universitätswechsels begleitend Geographie-Seminare nach, das werde ihr in Hildesheim ermöglicht. „Wir sind keine reinen Biologen oder Umweltplaner, sondern eher Generalisten und lernen, uns aus unterschiedlichen Perspektiven einer Fragestellung anzunähern und diese in Bezug zur Umwelt zu setzen.“ In Umweltschutzbehörden und in der Privatwirtschaft sind die jungen Umweltwissenschaftler begehrt. Winter könnte sich vorstellen, Unternehmen im Umweltmanagement zu beraten. Seminare über Naturschutzrecht, Umweltplanung und -technik möchte sie als nächstes belegen.

Nachhaltigkeit – ein Kassenschlager. „Der Begriff wird mittlerweile inflationär benutzt. Der Grundgedanke basiert auf drei Säulen“, erläutert Sebastian Thon. Häufig werde Nachhaltigkeit nur auf die ökologischen Aspekte reduziert, wirtschaftliche und soziokulturelle Aspekte werden zu oft vernachlässigt, besonders in der Werbung sei das festzustellen. „In unserem Studium lernen wir, soziale, ökonomische, politische und wirtschaftliche Zusammenhänge eines Themas aufzuzeigen und in einem Lösungskonzept zu kombinieren.“ „Unsere Studierenden erfahren eine breite, nicht technologisch sondern naturwissenschaftlich fundierte Ausbildung im Bereich Umweltwissenschaft und Naturschutz“, erläutert Prof. Dr. Martin Sauerwein, Dekan des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik.

Der Master ist breit aufgestellt. In diesem Semester belegt Olexandr Filevych, der vor zehn Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam, „Grundlagen in der Statistik“ aber auch „Ausgewählte Aspekte des Natur- und Umweltschutzes“. „Gerade die Fähigkeit die Theorie in der Praxis anzuwenden, ist sehr wichtig für den Beruf.“ Der Student hat die Vertiefungsrichtung „Angewandter Umweltschutz“ gewählt, auch „Historische Umweltanalyse“ und „Umweltbildung“ können vertieft studiert werden. Die Offenheit, die der Studiengang von Anfang an bietet sei ein großes Plus. Ein Wahlmodul studium generale ermögliche ihm, dass er über den Tellerrand blicken kann, z.B. Psychologie, Politik, Informatik oder Betriebswirtschaft. Im Rahmen des Studiums absolviert jeder Studierende ein außeruniversitäres Praktikum – ob in einer Landesbehörde, im Bergbau in Südafrika, in einem Nationalpark in Schweden oder Deutschland – und setzt ein Forschungsprojekt um.

Mit den beschränkten Ressourcen nachhaltig umgehen – ist das nicht eine ungeheure Last für die junge Generation? „Eine Herausforderung, keine Last“, bekräftigt die angehende Umweltwissenschaftlerin Winter. „Manch junge Leute beschäftigen sich mit Nachhaltigkeitsfragen leider gar nicht, weil sie denken, sie können nichts bewegen. Dabei geht es um alltägliche Dinge – Licht ausschalten, Energiesparmodus einschalten.“

Alle jungen Menschen müssten sich in ihrem Studium mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinandersetzen, fordert Lehramtsstudent Andre Vespermann. Der Studierendenvertreter verweist auf vorbildliche studentische Umweltinitiativen, den Umwelttag, das Öko-Referat des AStA sowie aktuelle strukturelle Entwicklungen wie die Einrichtung einer neuen Juniorprofessur für Umweltbildung und Ökologie oder die „Smart Library“. „Damit ist die Senkung des Energieverbrauchs der Uni-Bibliothek durch intelligente Steuerungssysteme gemeint, deutschlandweit einmalig“, erläutert Filevych, der sich in diesem Projekt engagiert.

Ein Job mit Zukunft; das ist gut, dass du das machst, solche Leute brauchen wir – Reaktionen, die Sebastian Thon oft erhält, wenn er Freunden erzählt, was er studiert.

Lesen Sie den Artikel im Uni-Journal, Ausgabe Februar 2012, Schwerpunkt Umwelt

Von: Pressestelle, Isa Lange
 
 
 
Letzte Änderung:  4.02.2014