Standort Domäne Marienburg

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Zur Geschichte der Domäne Marienburg

Der Ortsteil Domäne Marienburg hat seinen Namen von der Marienburg, die Bischof Heinrich III. (1331-1365), Sohn des in Göttingen residierenden Welfenherzogs Albrecht, im Jahre 1346 erbaute. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Gebäudeteile der Domäne Marienburg - der stattliche Bergfried (Burgturm) und das sogenannte „Hohe Haus“, die bereits um 1349/50 vollendet gewesen sein müssen. Zuvor hatte Heinrich III. in langen Kämpfen seinen Mitbewerber im Streit um den Bischofsstuhl, den Grafen Erich von Schaumburg, besiegt. Um die Stadt Hildesheim, deren Bürger zum großen Teil weiterhin dem Grafen Erich zugehörig waren, besser kontrollieren zu können, schuf er diese mächtige Wasserburg im Sumpfgebiet der Innerste.
Nach der Schutzpatronin des Bistums, Maria, nannte er sie „castrum Mariae - Marienburg“. Die Bedeutung dieses Burgstandorts bestand vor allem darin, dass hier die „Heerstraße ins Reich“ gesperrt und der Handel und Verkehr von Hildesheim nach Süden hin verhindert werden konnten. Insofern war die Feste eine Zwingburg für Hildesheim. Außerdem diente die Marienburg als Stützpunkt der Verwaltung des Landes durch Errichtung eines Amtes. Die Kämpfe, die die Hildesheimer Bischöfe besonders mit den Welfenherzögen führten, verschlangen erhebliche Geldmittel, so dass die Nachfolger von Heinrich III. oftmals gezwungen waren, Burg und Amt zu verpfänden.

1542 löste das Domkapitel die Marienburg vom damaligen Pfandinhaber Hans von Rheden ein, nachdem es sich 2600 Gulden von der Bürgerfamilie Brandis geliehen hatte. Diese erhielt dafür den Geld- und Weinzoll der Marienburg sowie die Einkünfte aus den Amtsdörfern. 1559 eroberte Bischof Burchard von Oberg, der 1557 erwählt worden war, die Marienburg. 1562 wurde sie wieder dem Domkapitel zurückgegeben, das Burg und Amt bis 1810 besaß. In dieser Zeit erlebte die Domäne Marienburg 1625/26 die Belagerung durch die Dänen und 1632 die Eroberung durch die Schweden. 1643 wurde die Burg an das Domkapitel zurückgegeben. 1657 erlitt das Anwesen schwere Sturmschäden und wurde beim Wiederaufbau erweitert. Zur Wiedereinrichtung der Amtspfarrei kam die Konsekration einer neuen Kirche. 1711 beschlagnahmte Kurfürst Georg Ludwig von Hannover die Domäne und erbaute 1715 eine neue große Steinscheune.

Nachdem 1806 das Domkapitel durch die westphälische Regierung aufgehoben worden war, wurde die Marienburg Eigentum des westphälischen Staates und zur Staatsdomäne erklärt. Bald darauf wurde sie 1807 an den französischen General Mayer d’Alambert verkauft. Nach dem Zusammenbruch des Königreichs Westphalen machte die hannoversche Regierung den Verkauf rückgängig (1808), und die Marienburg wurde wieder Staatsdomäne. Von 1913 an pachtete sie Carl Graf, der sie zu einem landwirtschaftlichen Betrieb kultivierte. Sein Sohn, Helmut Graf, richtete dort später eine Konserven- und eine Eisfabrik ein.

Mit dem Wiederaufbau des Kutscherhauses, das früher auch als Kartoffelwaschhaus und der Unterbringung der Landarbeiter diente, ist ein weiterer wichtiger Schritt zum Erhalt des historischen Anwesens getan. In dem sanierten Gebäude sind moderne Details mit historischem Bestand reizvoll kombiniert. Die Institute für Bildende Kunst- und Kunstwissenschaft, Theater und Medien und die Szenischen Künste sind hier mit Seminarräumen und Büroräumen angesiedelt. Die Werkstätten der Bereiche Druckgrafik/Lithografie und Siebdruck, sind im neuen Zentrum für Graphische Medien in der sanierten Steinscheune etabliert.

Am 1. April 1993 wurden die Räume der ehemaligen Eisfabrik an die Universität Hildesheim vermietet. Zunächst übernahmen das Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft/Fachgebiet Malerei -, Teile des Instituts für Musik und Musikwissenschaft sowie das Institut für Medien- und Theaterwissenschaft Teile der nutzbaren Gebäude. Am 1. August 1996 wurden der Universität zusätzliche Teile der Domäne zur Nutzung überlassen. Seit dem 1. Januar 2003 zählt der gesamte Standort Domäne Marienburg zum Stiftungsvermögen der öffentlich-rechtlichen Stiftung Universität Hildesheim.

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Stiftung Schulmuseum

Besondere Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit nimmt - seit ihrer Eröffnung im November 2003 - die „Stiftung Schulmuseum" ein. Zu ihr gehört eine historische Schulstube (mit der Epochenzuschneidung 1900 - Wilhelminische Ära), ein Ausstellungsraum zur Schulgeschichte im Hildesheimer Raum, integriert wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen, eine Sammlung von Schulbüchern (1850 bis 1970) und eine Fachbibliothek für Historische Bildungsforschung (ca. 10.000 Bände). Zur Stiftung Schulmuseum gehört ferner ein Pädagogisches Bildarchiv (Pictura Paedagogica Online: www.bbf.dipf.de/VirtuellesBildarchiv/).

Öffnungszeiten des Schulmuseums:

Dienstag (ganzjährig): 9.00 bis 12.00 Uhr

Mittwoch (ganzjährig): 15.00 bis 18.00 Uhr und am 1. So. des Monats (Mai bis Oktober): 15.00 bis 18.00 Uhr

Gruppenführungen:
Dienstag und Donnerstag für Schulklassen nach tel. Vereinbarung: 9.00 bis 12.00 Uhr

Sondertermine für weitere Interessierte sind möglich.
Kosten- und barrierefreier Zugang!

Kontakt:
Universität Hildesheim
Institut für Erziehungswissenschaft/Abt. Angewandte Erziehungswissenschaft
Zur Homepage der Stiftung Schulmuseum

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Hofcafé und Veranstaltungen

Auf dem Gelände der Domäne Marienburg betreibt der Konditor Helge Peinzger sein öffentliches Hofcafé. Es ist Treffpunkt für Studierende und vor allem Spaziergänger der Kulturlandschaft Mittlere Innerste. Zudem ist die Domäne Marienburg beliebter Veranstaltungsort der Region. So wird jährlich die Sommernacht der Universität gefeiert.