Anfahrts- und Lageplan Universität Hildesheim

Abteilung für Englische Sprache und Kultur (©dirks©)

Prof. Dr. habil. Una Dirks

Pressemitteilung vom 04.03.02 

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"Die Personalisierungen des Alltagsdenkens sind auch Komponenten einer generelleren kognitiven Strategie, die die Komplexität von Sozialität eigentümlich zurechtstutzt.  Die Berichterstattung der Massenmedien über soziale Sachverhalte geht in dieselbe Richtung. Niklas Luhmann weist darauf hin, dass die Massenmedien der eigentliche Konkurrent der Soziologie bei der Schilderung und Interpretation sozialer Wirklichkeit sind (vgl. Luhmann, „Was ist der Fall“. Bielefeld 1993:17). ... Man braucht in diesem Zusammenhang aber gar nicht darüber zu spekulieren, wie oft die Massenmedien  lügen und betrügen. Denn viel durchschlagender ist die Wirkung der sogen. „Nachrichtenfaktoren“, die journalistische Kriterien dafür formulieren, dass etwas berichtenswert ist (vgl. Luhmann, Die Realität der Massenmedien 1996: 57ff.). Es muss idealiter möglichst neu, aktuell, personalisierbar, konflikthaltig und moralisierbar sein, wofür insbesondere Normverstöße taugen; es muss im lokalen Umfeld und in großem Maßstab passieren bzw. Folgen zeitigen, und es muss eher negativen, krisenhaften oder gar katastrophalen als hoffnungsvollen, erfreulichen Charakter tragen. Dass aus solchen Vorgaben ein stark vereinfachtes Bild der Welt resultiert, ist leicht auszumalen; und in dem Maße, wie die Gesellschaftsmitglieder mittlerweile den je eigenen unmittelbaren Lebenserfahrungen weniger trauen als diesen mittelbaren Kenntnissen über soziale Wirklichkeit, verstärkt die massenmediale Darstellung noch die im Alltagsdenken ohnehin angelegten Vereinfachungen." ( Schimank Uwe, 2000, Handeln und Strukturen. Weinheim: Juventa, 339)

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Manipulationsstrategien der Presseorgane finden Sie in meiner Dissertation: Dirks, Una (1991), Persuasive Darstellungsmittel im Star-Wars-Diskurs. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel westlicher Presseorgane. Philipps-Universität Marburg: IAFA (Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Friedens- und Abrüstungsforschung).

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