Anfahrts- und Lageplan Universität Hildesheim  

Englische Sprache und Kultur (©dirks©)

Prof. Dr. habil. Una Dirks

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Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Forschungsfelder Titel der Forschungsprojekte
Research on Reading Literacy

"Educational Linguistics"

Assessment and Evaluation of L2-Reading Literacy in Higher Education (ongoing current research)

Erwerb und Förderung von Diagnosekompetenz im Lehramtsstudium (01.01.2010-31.12.2011)

Transkulturelle 
Diskurs-, Genre- und Konfliktforschung
Die De-/ Konstruktion von Krieg in der internationalen meinungsführenden Presse: Der ‚Fall’ Irak im Jahre 2003 (11/2002-5/2007)

Persuasive Darstellungsmittel im Star-Wars-Diskurs. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel westlicher Presseorgane (abgeschl., 1988-1991)

Frauenfeindliche Sportberichterstattung? Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel der Londoner "Times" (abgeschl., 1986/87)

Bildungs- und Unterrichtsforschung

Bildungspotentiale bilingualen Sachfachunterrichts (seit 2000)

Evaluation des Bildungswertes von Websites zum Fremdsprachenlernen (2000/01)

Professions-/Sprachlehrforschung,
Narrations-/Biographieforschung
Die Professionskultur von EnglischlehrerInnen – Eine berufsbiographisch orientierte, struktur- und handlungstheoretische Untersuchung (ab 10/2003)

Wie werden ostdeutsche EnglischlehrerInnen professionell? - Biographieanalytische Fallstudien (abgeschl., 1994-1997)

Weibliche Führungskräfte an DDR-Schulen im Wendeprozess (abgeschl., 1995/96)

Students as Researchers: Die Rekonstruktion von Entwicklungsprozessen forschender LehramtsstudentInnen (2001-2004)

Von der Kasuistik zur prozessorientierten Evaluation der Lehrerausbildung (abgeschl. 1998/99)

Kulturtheoretische Professions- und Schulentwicklungsforschung

Professionalisierung und Strukturdynamik in schulkulturellen Entwicklungsprozessen (seit 06/2002)

 

1.     Diagnose und Evaluation von Lesekompetenzen im Englischstudium - Assessment and Evaluation of L2-Reading Literacy in Higher Education

For the time being, the English language is attributed the status of a lingua franca in academic studies. University students from all kinds of disciplines have to be able to read, i.e. to describe, understand and explain the information provided in English written texts. In particular, this demand has to be met by students who are enrolled in English studies at German Universities for becoming English language teachers. They are supposed to dispose of various L2- or L3-reading strategies and, later on, to teach students at school how to read English texts themselves. Although reading literacy is defined as a key competency all over the world (cf. the PISA-studies), there is hardly any research concerning higher education in countries where English is not the mother tongue (cf. Bernhardt 2011, Green/Ünaldi/Weir 2010, Koda/Zehler 2008). This research gap accounts for the situation in German-speaking countries, as well. 

Against this background, my empirical research aims at answering the following research questions: 

  • Which reading competencies do university students in English studies dispose of? 

  • In which respect do the competencies in their mother tongue differ from those in the English language? 

  • How proficient are EFL-students in applying interpretive approaches of systematically understanding and explaning the information in the respective texts?

  • Under which premises are they able to improve their reading competencies? 

Case-based tests are administered on behalf of a competence model which has its roots in cognitive sociology in the wake of Max Weber (1988 [1920]). The data are analyzed by a psychometric, mostly non-compensatory model that draws on a 'latent class analysis'-approach. 

In addition to this ongoing research, students are taught to assess and evaluate their growth of reading competencies on their own by peer assessment (e-portfolio).

Literature:

Dirks, Una (2011). Lesekompetenzen diagnostizieren im Englischstudium: Inferenzen verstehen und erklären. In: Fäcke, Christiane/ Martinez, Hélène & Meißner, Franz-Joseph (Hrsg.). Mehrsprachigkeit. Bildung – Kommunikation – Standards. Stuttgart: Klett (i.V.).

Dirks, Una (2009): Ein sprachenübergreifendes Konzept zum Testen und Fördern des Leseverstehens. In: Erika Werlen & Fabienne Tissot (Eds.). Angewandte Linguistik und Sprachvermittlung in Europa. Bd. 2: Sprachvermittlung in einem mehrsprachigen kommunikativ orientierten Umfeld. Baltmannsweiler: Schneider-Hohengehren, 93-111.

Dirks, Una (2006c): Texte ‘verstehend erklären’: Ein bildungstheoretischer Beitrag zu einer sozialwissenschaftlich fundierten Textlinguistik. In: Spiegel, Carmen &  Vogt, Rüdiger (Eds.). Vom Nutzen der Textlinguistik für den Unterricht. Baltmannsweiler: Schneider-Hohengehren, 33-49.

 

2.     Erwerb und Förderung von Diagnosekompetenzen im Lehramtsstudium

Wissenschaftliche Begleitung des vom Hessischen Kultusministerium geförderten Drittmittelprojektes, insbesondere aus der Perspektive der "educational linguistics": Überprüfung der Item-Pools bezüglich ausgewählter Fallvignetten und studentischer Fallanalysen, text- und kognitionswissenschaftlich fundierte Ausdifferenzierung der fallbezogenen Anforderungsstruktur und Schwierigkeitsgrade, Zusammenstellung lerntransferförderlicher Aufgaben-Items mit Fallvignettenserien.

Leitung: Prof. Dr. Wilfried M. Hansmann, Philipps-Universität Marburg

Förderdauer: 01.01.2010 bis 31.12.2011 

Publikation in Vorbereitung

 

3.     Die De-/ Konstruktion von Krieg in der internationalen meinungsführenden Presse: Der ‚Fall’ Irak (2003)

Projektleitung: Prof. Dr. Una Dirks

Finanzierung: Deutsche Stiftung Friedensforschung

Laufzeit: 06/2004 – 05/2007

Ausgehend von den Grundprämissen, dass Konflikte oder gar der Ausbruch eines Krieges die Integration und soziale Ordnung einer Gesellschaft in Frage stellen, dass militärische Maßnahmen i.d.R. kein probates Mittel zur Lösung politischer, kultureller oder ökonomischer Differenzen sind und dass die von Medienakteuren angebotenen Deutungen die öffentliche Meinungsbildung erheblich beeinflussen können, befasst sich das Forschungsprojekt mit den folgenden Leitfragen:

  • Wie hat die international ‚meinungsführende’ Tagespresse den Krieg gegen den Irak mit vorbereitet bzw. zu verhindern versucht?
  • Inwiefern haben sich entsprechende Darstellungspraktiken und Orientierungen der JournalistInnen nach dem Krieg verändert?

Neben den potentiell kriegsförderlichen oder -hinderlichen Darstellungspraktiken finden zudem jene Diskurselemente Berücksichtigung, die friedensstiftende und -sichernde Ausschöpfungspotentiale verdeutlichen und Perspektiven für den Beitrag der Presse zum Friedenserhalt aufzeigen. In diesem Zusammenhang interessieren v.a. die Mediatisierungsmodi im Umgang mit den offiziellen Kriegsgründen.

Das Daten-Sample besteht zum einen aus Aufmachern und Kommentaren US-amerikanischer (New York Times, Washington Post), kanadischer (The Toronto Star, The Globe & Mail), britischer (The Independent, The Times) und deutscher Tageszeitungen (FAZ, SZ). Zum anderen beinhaltet es Experteninterviews mit den JournalistInnen, welche die Pressetexte verfasst haben. Die Datenanalyse erfolgt im Rahmen einer ‚verstehend erklärenden’ Kulturheuristik. Demnach werden Pressetexte zugleich als Medium und Produkt bedeutungsorientierter Relationierungen von Struktur und Schreib-/Handeln begriffen (vgl. „duality of structure & agency“, Giddens 1995), d.h.: Im Textproduktionsprozess selektieren und enaktieren JournalistInnen für situationsangemessen befundene Frames und Scripts mithilfe genre-spezifischer textueller Strukturierungen, die wiederum neue oder bereits vorhandene Handlungsregeln und Ressourcen rekursiv hervorbringen. Da die in der Dualität von unterschiedlichen Struktur- und Handlungsdimensionen vollzogene Synthese mikro- und makrotheoretischer Perspektiven einer weiteren Ausdifferenzierung bedarf, operiert die Forschungsheuristik zudem mit den Forschungsstrategien des Deutenden Verstehens und Ursächlichen Erklärens im Anschluss an Max Weber (1988/1913). Auf diese Weise lassen sich die jeweilige Situation im Irak-Konflikt und die politischen Orientierungen der einzelnen Zeitungsredaktion mit den Praxis-/ Wissenskomplexen der JournalistInnen systematisch verknüpfen. Darüber hinaus bietet ein Verstehendes Erklären Einblicke in die Konstitution unterschiedlicher Aggregateffekte, die sich auf der Ebene von Pressetexten infolge kontrastiver Textanalysen an Genretypen festmachen lassen sowie Aussagen zu Veränderungen im Professionalisierungsprozess der JournalistInnen und zu etwaigen Modernisierungsprozessen im politischen Presseressort ermöglichen.

Die methodische Operationalisierung der Forschungsheuristik erfolgt im wesentlichen mithilfe der ‚Dokumentarischen Genre-Analyse’ (Dirks 2004): Die immanenten, expressiven und dokumentarischen Sinngehalte (Mannheim 1964) der Pressetexte werden anhand diverser pragma- und textlinguistischer Methoden erschlossen, miteinander kontrastiert und im Zuge einer Triangulation mit den Ergebnissen aus den Interviewanalysen hinsichtlich der o.g. Aggregateffekte weiter ausdifferenziert. Mithilfe einer Typisierung und Modellierung pressespezifischer bzw. -übergreifender Diskurskulturen mittlerer Reichweite (Merton 1967) vor und nach dem Irak-Krieg will das Forschungsprojekt Antworten auf die eingangs formulierten Leitfragen aus genre-, professions- und modernisierungstheoretischer Perspektive geben.

Die Forschungsergebnisse sollen verdeutlichen, wie die pressespezifische Diskursgestaltung für friedenswissenschaftlich akzeptable Darstellungsweisen zur Konfliktvermeidung und Kriegsprävention genutzt und als Beitrag zur Professionalisierung von JournalistInnen betrachtet werden kann. Darüber hinaus ist eine didaktische Aufbereitung der untersuchten Pressediskurse für friedenspädagogische Unterrichtseinheiten beabsichtigt, insbesondere für die Fächer Deutsch, Politik/ Sozialkunde und Englisch der Jahrgänge 9 bis 13 bzw. für fächerübergreifende Projekte. Dabei geht es uns um eine bildungstheoretisch fundierte Förderung gesellschaftskritischen Textverstehens.

Publikationen:

Dirks, Una (2010): Der Irak-Konflikt in den Medien. Eine sprach-, politik- und kommunikationswissenschaftliche Analyse. 
(Mit Gastbeiträgen von Kurt Imhof, Magnus-Sebastian Kutz und Henrike Viehrig).
Konstanz: uvk.

Dirks, Una (2009): Wissenstransfers als Balanceakte eines professionellen Journalismus im Kontext des Irak-Konfliktes. In: Oliver Stenschke & Sigurd Wichter (Hg.), Wissenstransfer und Diskurs. Frankfurt/M.: Lang, 315-333.

Dirks, Una (2008): Die Mediatisierung der Kriegsgründe im Irak-Konflikt: Story telling und evidenzbasierte Diskursfragmente im Widerstreit. Ein Vergleich der deutschen US-amerikanischen 'Qualitätspresse'. In: Heinz Bonfadelli et al. (Hg.), Seismographische Funktion von Öffentlichkeit im Wandel. Wiesbaden: VS Verlag, 247-278.

Dirks, Una (2007): The de-/construction of war in the international opinion-leading press: The case of Iraq (2003). In: José M. B. Paniagua, Guillermo López García, Pelegrí Sancho Cremades & Enric Serra Alegre (Hg.), Critical Discourse Analysis of Media Texts. València: Universitat de València, 53-68. [peer reviewed]

Dirks, Una (2006a): Critical Discourse Analysis of the Iraq Conflict in the British and German ‘Quality’ Press. Revista Alicantina de Estudios Ingleses 19(1), pp. 101-123.  [n. Peer Review angenommen]

Dirks, Una (2006b): Die Mediatisierung des ‚oracular reasoning’ über den Irak-Konflikt (2003): Ein journalistisches Aus-/Bildungsproblem? In: Bildungsforschung (Online Journal), Themenheft „Bildung und Krieg“ [http://www.bildungsforschung.org/Archiv/2006-01/irak]. [peer reviewed]

Dirks, Una (2006c): Domestische frames in narrativem Gewand. Die Banalisierung des Irak-Krieges in der internationalen Qualitätspresse. In: Thomas, Tanja / Virchow, Fabian (Hg.), Banal Militarism. Zur Veralltäglichung des Militärischen im Zivilen. Bielefeld: transcript, 265-288.

Dirks, Una (2006d): Akzeptanzwerbung in britischen Editorials: Pro und Contra Irakkrieg. [unter Mitarbeit von Anne K. Schmidt]. In: Girnth, Heiko/Spieß, Constanze (Hg.), Strategien politischer Kommunikation. Berlin: Erich Schmidt, 148-167.

Dirks, Una (2005a): Pressekommentare zur größten Friedensdemonstration vor dem Irakkrieg (2003) aus transkultureller Perspektive - Eine Dokumentarische Gattungsanalyse. [Unter Mitarbeit von Gabriele Kohlmeyer]. In: Fraas, Claudia / Klemm, Michael (Hg.): Mediendiskurse. Bestandsaufnahme und Perspektiven. (= Bonner Beiträge zur Medienwissenschaft 4). Frankfurt/M.: Lang, 286-308.

Dirks, Una (2005b): Decamouflieren und Adaptieren von politischem Spin - Ein Pressetextvergleich deutscher und US-amerikanischer Aufmacher zum Irak-Konflikt. In: Chesterman, Andrew / Lenk, Hartmut (Hg.), Pressetextsorten im Vergleich - Contrasting Text Types in the Press. Hildesheim: Olms, 35-57.

Dirks, Una (2005c): Blogospheres – A ‚counter public’ to the Iraq conflict. [URL: http://www.uni-hildesheim.de/~dirks/Texte/blogospheres.htm]



4.    Persuasive Darstellungsmittel im Star-Wars-Diskurs. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel westlicher 
       Presseorgane (Promotionsprojekt, Philipps-Universität Marburg)

Die von 1988 bis 1990 an der Philipps-Universität Marburg durchgeführte Untersuchung bearbeitet die folgende Forschungsfrage:

  • ·      Anhand welcher sprachlichen Darstellungsmittel versucht die sog. Qualitätspresse der BRD (FAZ), Großbritanniens (The Times, Economist) und der USA (New York Times, Time Magazine) die der Öffentlichkeit im allgemeinen verschlossene sekundäre Realität des Aufrüstens zu konstruieren?

Die Erhebungszeiträume konzentrieren sich auf sog. ‘Critical Discourse Moments’ (Chilton 1987), die sich im Verlauf des Rüstungsdiskurses über die Raketenabwehrwaffen ‘SDI’ durch eine konzentrierte, diskurskohärente Sprachgestaltung auszeichnen. Mithilfe alltagspragmatischer Metaphern- (Lakoff/ Johnson 1980) und Schlüsselwortanalysen sowie textlinguistischer Verfahren, die an die poststrukturalistisch-semiotische ‘Critical Linguistics’ (u.a. Fowler, Hodge, Kress) anknüpfen, werden die für den rüstungsbezogenen Pressediskurs relevanten Argumentationsstrategien (insbesondere im Hinblick auf die Strategie der ‚Massiven Vergeltung’ und der ‚Flexiblen Reaktion’) und die diesen inhärenten ‘Frames’ und ‘Scripts’ herausgearbeitet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Identifizierung dieser sprachlichen Phänomene als eher neutral, akzeptanzförderlich oder -hinderlich und auf dem Nachweis pressespezifischer Positionierungen. Die mit den Positionierungen verbundenen Darstellungspraktiken werden in einem letzten Analyseschritt einer kommunikationsethischen Bewertung unterzogen (Anwendung der Grice’schen Maximen). Als Normativitätsgrundlage dient ein rüstungswissenschaftlich verankertes SDI-Informationsmodell. Epistemische und deontische Modalitätsanalysen geben zudem über die Realisierbarkeit und vermeintliche Notwendigkeit der Star-Wars-Waffen Auskunft.

Einige exemplarische Untersuchungsergebnisse: 

  • Insbesondere fallen geo-politische und rüstungsphysikalische Informationsdefizite der stark durch die amerikanische Brille geprägten FAZ und Londoner Times auf. 

  • In beiden Presseorganen dominiert das Metaphernkonzept ‘Rüstung ist ein sicherer Behälter’. 

  • Die eher unkritische Art und Weise, wie die FAZ Darstellungspraktiken der NYT selektiv kopiert, englische Rüstungsbegriffe ins Deutsche übersetzt und sich hinter die Rüstungspläne der Regierung Reagan stellt, verdeutlicht nicht nur Begriffslosigkeit, sondern eine fast blinde Gefolgschaft gegenüber der amerikanischen Rüstungspolitik.

  • Die eher kritischen und häufig ironischen Darstellungsweisen der NYT und des Time Magazine rekurrieren meist auf ursprünglich akzeptanzförderliche Begriffe, die jedoch eine Umwertung erfahren. 

  • Dass selbst kritische JournalistInnen eine überwiegend kognitiv konsonante, sprachlich harmonisierende Darstellungspraxis zu präferieren scheinen, kann v.a. auf die folgenden – aus den Daten re-/ konstruierten – Maximen der Presse-‘Kommunikation’ zurückgeführt werden: 1) Illustriere nicht die Möglichkeiten, durch die aufgrund technischen oder menschlichen Versagens ein Krieg ausgelöst werden könnte. 2) Elaboriere nicht die möglichen Folgen eines Weltraum- und/ oder Atomkrieges. 3) Stelle nicht die Notwendigkeit und das Funktionieren der atomaren Abschreckungsdoktrin in Frage.

Hauptpublikation:

Dirks, Una (1991): Persuasive Darstellungsmittel im Star-Wars-Diskurs. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel westlicher Presseorgane. (Schriftenreihe des Arbeitskreises Marburger Wissenschaftler für Friedens- und Abrüstungsforschung und der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Friedens- und Abrüstungsforschung an der Philipps-Universität Marburg). Universität Marburg: IAFA.

 

 

3.   Frauenfeindliche Sportberichterstattung? Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung
       am Beispiel der Londoner "Times" (1987,
Philipps-Universität Marburg)

Diese Arbeit ist im Rahmen meiner Prüfungen zum 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien entstanden. Ausgangspunkt war meine Überlegung, dass sich die Londoner "Times" in den 1970er Jahren vom massenmedialen Trend der Sexualisierung von Frauenkörpern explizit distanziert hatte. In der empirischen Studie wird daher überprüft, inwieweit die Frauensportberichterstattung der sog. Qualitätszeitung diesem Anspruch auch gerecht wird. Analysiert wurden v.a. die in den Presseberichten enthaltenen Stereotypen, die syntaktischen Strukturierungsmuster (u.a. Thema/Rhema), frauensprachliche und bildgestalterische Aspekte. 

Die Ergebnisse verdeutlichen ein fortwährendes Wechselspiel zwischen der Degradierung und Rehabilitierung der Sportlerinnen. Aufgrund vielfältiger essentialistischer Zuschreibungen und der Vermischung von Zitaten mit kommentierenden Einbettungsformen konnte eine Vielzahl frauendiskriminierender Darstellungspraktiken nachgewiesen werden. Dabei sind v.a. textlinguistische Stereotypen vergleichsweise stark vertreten. Vor diesem Hintergrund haben sich die folgenden Darstellungspraktiken als typisch für den analysierten Untersuchungsraum herausgestellt

  • Die Frauen werden formal und inhaltlich als "Sportler zweiter Wahl" dargestellt.  

  • Häufig wird ihr Handeln nach männlichen Maßstäben bewertet.

  • Eine Vielzahl journalistischer Attribuierungen für die Sportsfrauen bezieht sich gar nicht auf ihr sportliches Treiben.

  • Die Sportlerinnen werden auf die traditionelle Frauenrolle als Ehefrau und Mutter verwiesen, über Männer und Kinder definiert.

  • Insbesondere werden die Sportsfrauen nach ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihrer Jugendlichkeit beurteilt. Ältere werden diskriminiert.

  • Sportlerinnen werden häufig mit stereotypen Normen des "schwachen Geschlechts" in Verbindung gebracht (u.a. hilflos, klein, kindlich).

  • Ihr Handeln wird selten ernstgenommen, vielmehr für die Konstruktion von Belustigungseffekten benutzt.

  • Probleme der frauensportlichen Situationen bleiben entthematisiert.

Hauptpublikation:

Dirks, Una (1987): Frauenfeindliche Sportberichterstattung? Eine sprachwissenschaftlich Untersuchung am Beispiel der Londoner Times. Philipps-Universität Marburg (z.T. überarb. Erste Staatsexamensarbeit).

 

 

4.    Bildungspotentiale bilingualen Sachfachunterrichts

Bilingualer Sachfachunterricht ist aus einer ‚bottom-up’-Bewegung engagierter LehrerInnen entstanden. Mithilfe eines ethnographischen Forschungsprogramms (biographisch-narrative Interviews, Diskursanalysen) wird hier der Versuch unternommen, das Bildungsverständnis der einzelnen, auf Englisch unterrichtenden SachfachlehrerInnen (Erdkunde, Geschichte, Politik, Biologie, Sport) zu re-/konstruieren und dieses mit dokumentarisch interpretierten (n. Bohnsack 1999) Unterrichtstranskripten sowie den daraus hervorgehenden Bildungspotentialen zu triangulieren. Von besonderem Interesse ist, wie sich die anhand der Lehrerinterviews ausdifferenzierten lehrerspezifischen Handlungs- und Deutungsmuster auf bildungsrelevante Kommunikationsformen im Unterrichtsgeschehen auswirken, wie die ‚lingua franca’ Englisch als Medium und Inhalt dabei mit dem jeweiligen sachfachspezifischen Unterrichtsgegenstand interagiert und inwiefern diesbezügliche Bildungspotentiale der Reflexiven Moderne zugeordnet werden können.

Im folgenden seien die Leitfragen meiner Untersuchung knapp skizziert:

  • Welche biographischen Ressourcen sind für die Genese eines bilingualen Lehr- und Bildungsverständnisses der betreffenden FachlehrerInnen relevant? Welche interpretativen, sinnstiftenden und bedeutungserzeugenden Anstrengungen unternehmen sie?
  • Wie verhalten sich institutionalisierte Bildung und berufsbiographische Prozessierung zueinander? bzw. Inwiefern fungieren Erfordernisse und Strukturen bilingualen Unterrichts als Anlässe für biographischen Wandel und damit zugleich für Bildung?
  • Welche Rolle spielen die Welt- und Selbstreferenzen der SchülerInnen und LehrerInnen sowie die Symbolgehalte der ‚lingua franca’ Englisch und des jeweiligen Sachfachs in diesem Zusammenhang?
  • Im Rahmen welcher Interaktionsformen und Unterrichtsprodukte manifestieren sich bilinguale Bildungspotentiale oder -prozesse? Inwiefern sind diese mit den Bildungsbestrebungen der jeweiligen LehrerInnen kongruent? Welche Rolle spielt dabei der englische und deutsche bzw. muttersprachliche Sprachgebrauch?

Der Fokus liegt auf den sachfach- und fremdsprachenbezogenen Welt- und Selbstreferenzen der Akteure von Unterricht (LehrerInnen und SchülerInnen), die im Zuge wachsender Individualisierung immer vielfältiger geworden sind, einer ständigen reflexiven Selbstverortung und transversalen (Welsch 1987) Orientierung bedürfen und hinsichtlich bilingualer Bildungsimplikationen näher ausdifferenziert werden sollen.

Die Forschungsergebnisse sollen einen Beitrag zur Fundierung einer bilingualen Didaktik leisten und als Orientierungsfolie für die Etablierung angemessener Evaluationskriterien für bilingualen Sachfachunterricht dienen.

Publikationen:

Dirks, Una (2002a): LehrerInnenbiographien und bilinguale Bildung. In: Breidbach, Stefan/ Bach, Gerhard/ Wolff, Dieter (Hg.): Bilingualer Sachfachunterricht. Didaktik, Lehrer-Lernerforschung und Bildungspolitik zwischen Theorie und Empirie. Frankfurt/M.: Lang, S. 237-251

Dirks, Una (2002b): Der Beitrag von Aus- und Fortbildung zur LehrerInnenprofessionalisierung - Einzelfallanalyse nach Fritz Schütze. In: Dirks, Una/ Hansmann, Wilfried (Hg.): Forschendes Lernen in der Lehrerbildung. Auf dem Weg zu einer professionellen Unterrichts- und Schulentwicklung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 66-82

Hansmann, Wilfried (2002): Kernprobleme von Unterricht zwischen strukturellen Zwängen und biografischen Dispositionen. - Zur Interpretation eines Lehrerinterviews anhand der 'Dokumentarischen Methode' nach Karl Mannheim. In: Dirks, Una/ Hansmann, Wilfried (Hg.): Forschendes Lernen in der Lehrerbildung. Auf dem Weg zu einer professionellen Unterrichts- und Schulentwicklung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 85-95

Dirks, Una (2003): Kulturelle Sinnhorizonte bilingualen Sachfachunterrichts. Aus wissenssoziologischer Perspektive. In: Eckerth, Johannes/ Wendt, Michael (Hg.): Interkulturelles und transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht. Frankfurt/M.: Lang, S. 65-81

Dirks, Una (2004): 'Kulturhüter' oder 'Weltenwanderer'? Zwei 'ideale' Realtypen bilingualen Sachfachunterrichts. In: Bonnet, Andreas/ Breidbach, Stephan (Hg.): Didaktiken im Dialog. Konzepte des Lehrens und Wege des Lernens im bilingualen Sachfachunterricht. Frankfurt/M.: Lang, S. 129-140

 

 

5.    Evaluation des Bildungswertes von Websites zum Fremdsprachenlernen

Betreuung studentischer Forschungsprojekte über den Bildungswert von Internetangeboten zum Fremdsprachenlernen. Ziel: Förderung eines kritisch reflexiven Bewusstseins im Umgang mit virtuellen Lernarrangements. Daten: Leitfadeninterviews mit Website-Betreibern, website-spezifische Dokumentenanalysen

Publikation:

Dirks, Una (2002): Internet-Arbeit als Kommunikations-Kompensator. In: Decke-Cornill/ Reichart-Wallrabenstein (Hg.): Fremdsprachenunterricht in medialen Lernangeboten. Frankfurt/M.: Lang, S. 169-177

 

 

6.    Die Professionskultur von EnglischlehrerInnen – Eine berufsbiographisch orientierte, 
          struktur- und handlungstheoretische Untersuchung

Projektleitung: Prof. Dr. Una Dirks

Finanzierung: DFG

Laufzeit: 10/2003 – 9/2005

Das in einem DFG-Paketantrag mit fünf weiteren Projekten verankerte Vorhaben beinhaltet die Entwicklung einer re-/konstruktiv generierten, die Situation im Beruf von EnglischlehrerInnen (Jg. 5-13) systematisch berücksichtigenden Professionstheorie. Die Bearbeitung der in diesem Bereich bestehenden Forschungslücke erfolgt auf der Basis biographisch-narrativer Interviews mit LehrerInnen allgemeinbildender Schulen. Die erkenntnisleitende Fragestellung der Interviewanalysen lautet:

  • Wie bilden EnglischlehrerInnen unter Bedingungen kultureller Hybridität eine professionelle Identität und eine professionelle Handlungspraxis aus?

Zur Beantwortung der Frage sollen struktur-, handlungs- und entwicklungstheoretisch fundierte Modelle über die Professionalisierung, Professionalität und Professionskultur von EnglischlehrerInnen (unter systematischer Berücksichtigung ihrer jeweiligen Zweit- und Drittfächer) generiert werden. Ausgehend von den Modellierungen soll eine nähere Bestimmung fremdsprachenspezifischer Aus- und Fortbildungsstandards erfolgen. Die Untersuchung konzentriert sich auf die alten Bundesländer und wird mit bereits vorliegenden bzw. z.Zt. weiter ausdifferenzierten Ergebnissen zur Situation in den neuen Bundesländern kontrastiert. Auf diese Weise soll eine gesamtdeutsche Forschungsgrundlage geschaffen werden, die nicht nur eine für Fremdsprachenlehrerbildungsreformen operationalisierbare Orientierungsfolie bereitstellt, sondern auch für die Kontrastierung mit anderen Fächern herangezogen werden kann.

Vorpublikation:

Dirks, Una (2003): Die Professionskultur von EnglischlehrerInnen: Eine berufsbiographisch orientierte, struktur- und handlungstheoretische Untersuchung. In: Zeitschrift für Fremdsprachenforschung. Bd. 14, H. 2

 

 

7.    Wie werden ostdeutsche EnglischlehrerInnen professionell? - Biographieanalytische Fallstudien

Das von 1994 bis 1998 durchgeführte Forschungsprojekt ist im Bereich der Sprachlehrforschung angesiedelt. Untersuchungsgegenstand sind die Berufsbiographien ostdeutscher FremdsprachenlehrerInnen im Transformationsprozeß. Vor dem Hintergrund der wendebedingten Auf- und Abwertungsprozesse ihres Berufsstatus ('originär' qualifizierte oder sich nachqualifizierende bzw. fachfremd unterrichtende EnglischlehrerInnen, meist mit Russisch oder Deutsch als Zweitfach) und der damit verbundenen berufsbiographischen Konsequenzen interessieren in der struktur-, kompetenz- und professionstheoretischen Untersuchung v.a. die folgenden Fragen:

  • Welche Veränderungen hat die Wende von der DDR zur BRD im Rollenverständnis und Handeln von EnglischlehrerInnen bewirkt?

  • Welche berufsbiographischen Entwicklungsprozesse sind der Professionalisierung von EnglischlehrerInnen zuträglich bzw. abträglich?

  • Auf welche Kernprobleme treffen EnglischlehrerInnen in ihrem Berufsalltag, die professioneller Balanceakte sowie der Verfügbarkeit entsprechender Kompetenzen bedürfen?

Im Anschluss an die hypothesen- und theoriegenerierenden Regeln der 'grounded theory' und das von Fritz Schütze beschriebene Interviewverfahren wurden mit 22 EnglischlehrerInnen allgemeinbildender Schulen biographisch-narrative Interviews geführt und ausgewertet.

Hauptpublikation:

Dirks, Una (2000): Wie werden EnglischlehrerInnen professionell? Eine biographieanalytische Untersuchung in den neuen Bundesländern. Münster: Waxmann.

 

 

8.    Weibliche Führungskräfte an DDR-Schulen im Wendeprozess

Laufzeit: 1994 – 1996 

Durch die Umstrukturierung des Schulsystems in den neuen Bundesländern wurden nicht nur die LehrerInnen, sondern auch die Schulleitungsmitglieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der DDR-Schulen von Frauen geleitet wurden, versucht die vorliegende Studie, herauszuarbeiten, 

  • Inwiefern weibliche Führungskräfte an Schulen der DDR im Wendeprozess eine Neuorientierung durchlaufen und

  • welchen Beitrag sie zur Schulentwicklung leisten.

Publikation:

Dirks, Una (1996): Von der Direktorin in der DDR zur Lehrerin in der BRD: Eine qualitative, biographische Untersuchung zur subjektiven Verarbeitung beruflicher Degradierung und zur Neuorientierung am Beispiel von drei ehemaligen Direktorinnen. In: Fischer, Dietlind/ Jacobi, Juliane/ Koch-Priewe, Barbara (Hg.): Schulentwicklung geht von Frauen aus. Weinheim: Deutscher StudienVerlag, S. 113-152.

 

 

9.    Students as Researchers: 
       Die Rekonstruktion von Entwicklungsprozessen forschender LehramtsstudentInnen

Projektleitung: Prof. Dr. Una Dirks in Kooperation mit Andreas Feindt und Andreas Broszio (Projekt im Centrum für Bildungs-  und Unterrichtsforschung, Universität Hildesheim)  

Finanzierung: VW-Vorab, Land Niedersachsen

Laufzeit: 04/2001-03/2004

LehramtsstudentInnen, die Lehr-/Lernprozesse anhand rekonstruktiver Verfahren untersuchen, haben vor dem Hintergrund neuer Forschungserkenntnisse die besten Chancen, jene für ihre spätere Professionalisierung maßgeblichen Schlüsselkompetenzen der fachlich-pädagogisch begründeten Reflexivität und einer selbst-historischen Biographizität zu entwickeln. Ungeklärt ist jedoch bisher, wie sich entsprechende Entwicklungs- und Erkenntnisgenerierungsprozesse vollziehen und welche - dem forschenden Lernen verpflichteten - Seminar- bzw. Praktikumsprofile sich als besonders professionalitätsförderlich erweisen. Diesbezügliche Fragen werden in dem Forschungsprojekt auf der Basis von Gruppendiskussionen und Reflexionsgesprächen im Tandem näher untersucht. Von besonderem Interesse ist dabei, anhand welcher Arbeitsverfahren das in der Wissensverwendungsforschung des letzten Jahrzehnts nachgewiesene Differenzverhältnis zwischen wissenschaftlichen und praxisbezogenen Wissensbeständen überbrückt werden kann.

Publikationen:

Feindt, Andreas (2002): Qualitätsentwicklung phasenübergreifenden Lernens in der LehrerInnenbildung. In: Dirks, Una/ Hansmann, Wilfried (Hg.), Forschendes Lernen in der Lehrerbildung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 49-65.

Feindt, Andreas/ Dirks, Una/ Meyer, Hilbert (2002): Team-Forschung in der LehrerInnenbildung – Phasenübergreifende Kooperation zwischen Information und Reflexion. In: Breidenstein, Georg / Combe, Arno / Helsper, Werner / Stelmaszyk, Bernhard (Hg.), Forum Qualitative Schulforschung 2. Opladen: Leske und Budrich, S. 181-194.

 

10.    Von der Kasuistik zur prozessorientierten Evaluation der Lehrerausbildung

Im SS 1997 führten 14 LehramtsstudentInnen bzw. sieben Tandems des erziehungswissenschaftlichen Begleitstudiums dialogisch-hermeneutische, seminarbegleitende Reflexionsgespräche, die sie in der Rolle der SelbstforscherInnen inhaltlich-thematisch und diskursanalytisch ausgewertet haben. Das Forschungsinteresse konzentriert sich auf die durch die kasuistische Seminararbeit und die Tandemgespräche bedingten Erkenntniserträge i.S. einer prozessorientierten, exemplarischen Evaluation der Lehrerausbildung. In diesem Rahmen werden zudem die Möglichkeiten und Grenzen der Fallarbeit hinsichtlich einer Überbrückung des sog. Theorie-Praxis-Verhältnisses untersucht.

Publikationen:

Dirks, Una (1999), "Bilder von ‚guten‘ LehrerInnen im Spiegel einer doppelten Kasuistik. StudentInnen des erziehungswissenschaftlichen Begleitstudiums im reflexiven Dialog zwischen eigenen und ‚fremden‘ Theorien." In : Dirks, Una/Hansmann, Wilfried (Hg.), Reflexive Lehrerbildung. Fallstudien und Konzepte im Kontext berufsspezifischer Kernprobleme. (Studien zur Schul- und Bildungsforschung) Weinheim, S. 85-122.

Dirks, Una (1999), "Kasuistische Dialoge in der Lehrerbildung. Vom Fall zum Selbst zur Profession?" In: Kemnade, Ingrid (Hg.), Schulbegleitforschung und Lernwerkstätten. Oldenburger Vor-Drucke 409. Universität Oldenburg, Didaktisches Zentrum, S. 85-97.

 

 

11.     Professionalisierung und Strukturdynamik in schulkulturellen Entwicklungsprozessen

Projektleitung: Prof. Dr. Una Dirks in Kooperation mit PD Dr. Wilfried Hansmann und Andreas Broszio

Die Untersuchung ist im Schnittfeld schulbezogener Professions- und Organisationsforschung angesiedelt. Die Kernfrage des Forschungsprojektes lautet:

  • Wie werden schulische Veränderungsprozesse von den Beteiligten mit welchen Struktureffekten vollzogen?

Im Rahmen der Schulbegleitforschung einer zweijährigen Fortbildung zur Pädagogischen Schulentwicklung sollen – im Gegensatz zu einer eher deskriptiven und/oder präskriptiven Thematisierung des schulischen Handlungs- und Innovationsfeldes – die konkret ablaufenden individuellen Entwicklungsprozesse (Professionalisierung) und institutionell-organisatorischen Entwicklungsprozesse (Schulentwicklung) soweit wie möglich methodisch kontrolliert vermittels rekonstruktiver Verfahren bearbeitet werden. Dabei wird die Dialektik von Handeln und Struktur systematisch berücksichtigt. Durch die Triangulation verschiedener Datensorten (Portfolios/ Projekttagebücher, Gruppendiskussionen, ethnographische Feldaufzeichnungen, Fortbildungsmaterialien als Dokumente), die prozessbegleitend mithilfe der dokumentarischen Methode nach Karl Mannheim (1964/1925) bzw. Ralf Bohnsack (1999) ausgewertet werden, streben wir eine valide Erkenntnisgenerierung und -generalisierung in bezug auf Schulentwicklungspraxis an, die auch hinsichtlich einer nachhaltigen Implementierung von Projektmaßnahmen anschlussfähig sein kann.

Publikation zum Forschungsprojekt:

Hansmann, Wilfried/ Dirks, Una/ Broszio, Andreas (2003): Schulbegleitforschung: Akteur – Situation – Strukturdynamik. In: Kemnade, Ingrid (Hg.), Schulbegleitforschung als Unterstützungssystem für die Schulentwicklung. LIS Bremen, S. 60-69.

 

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