Rüdiger Seltz/ Jörn Sieglerschmidt, Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim
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Das Museum als Interface

Museen, insbesondere technikhistorisch ausgerichtete, sehen sich einem zunehmenden öffentlichen Druck ausgesetzt, was Themen und Präsentationsformen angeht. Museen stehen in Konkurrenz zu allen Formen des Freizeitkonsums, auch und gerade den medial vermittelten. Zudem ist im Ausstellungswesen ein globalisierter Markt entstanden, an dem die Museen längst nicht mehr als Monopolanbieter auftreten, sondern mit reinen Ausstellungsinstitutionen konkurrieren müssen. Auf diesem Markt geht es um Großausstellungen, die nur noch mit entsprechender finanzieller Ausstattung organisert und vermarktet werden können, dafür aber auch wenigstens einige hunderttausend Besucher/innen anziehen. Beispiele dafür sind jüngst die Sieben-Hügel-Ausstellung im Gropius-Bau in Berlin oder die vielen kunsthistorischen Ausstellungen zu Malern wie z. B. Rembrandt, Cezanne, Picasso.

Technik- und wissenschaftshistorische Museen sind seit einiger Zeit aufgefordert, sich an der Idee und Aufmachung der Science&Technology-Center zu orientieren, um erstens mit Aktionsaufforderungen (hands-on) und zweitens im Sinne einer Popularisierung von Wissenschaft und Technik mehr Publikum zu gewinnen. Die hier aufzuwerfende Frage ist, worauf diese Art von Populariserung zielt, welche Geschichte sie hat und in welcher Art Museen dafür ein geeignetes Forum sind, d. h. was gerade Museen dafür bieten können.

Die u. a. vom Wissenschaftsrat unterstützte Initiative für Public Understanding of Science and the Humanities (PUSH) setzt sich das Ziel, die Akzeptanz von Wissenschaft und Technik u. a. durch Ausstellungen zu erhöhen. Die bereits seit einiger Zeit geforderte Demokratisierung von Wissenschaft und Technik wird dabei zugunsten reiner Akzeptanzförderung zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland außer Acht gelassen. Die Geschichte der Popularisierung von Wissenschaft und Technik zeigt aber, daß der Aufklärungs- und damit der Emanzipationscharakter solcher Bemühungen im Vordergrund stehen muß.

Vor diesem Hintergrund ist zu fragen, auf welche Weise, mit welchen Mitteln und welchen inhaltlichen Zielen gerade das Museum ein geeigneter Ort, ein Interface für den Dialog von Technik bzw. Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit sein kann.