Bedienungsanleitungen und der Erwerb kohärenten Wissens
Udo L. Figge
Ruhr-Universität Bochum
Udo.L.Figge@ruhr-uni-bochum.de
Montage-, Bedienungs- und Wartungsanleitungen für Geräte, Apparate, Maschinen
usw. enthalten normalerweise sowohl textliche (sprachliche) als auch bildliche (grafische)
Komponenten. Die bildlichen Komponenten sind häufig ihrerseits mit (meist rudimentären)
textlichen Komponenten versehen. Anleitungen dieser Art werden standardmäßig
angesichts des Geräts genutzt, auf das sie sich beziehen. Insofern sind bei
ihrer Nutzung gleichzeitig gegenständliche, textliche und bildliche Wahrnehmungen
zu verarbeiten. Die Ergebnisse der Verarbeitung dieser unterschiedlichen Wahrnehmungen
haben jeweils einen unterschiedlichen kognitiven Status. In diesem Beitrag soll erörtert
und an Beispielen gezeigt werden, ob und wie in einer derartigen hybriden Rezeptionssituation
zusammenhängendes Wissen gewonnen und angewandt werden kann.
Als ein spezifisches Beispiel sollen Rechner-Benutzeroberflächen herangezogen
werden. Benutzeroberflächen sind primär Bedienungsvorrichtungen, doch sind
sie insofern auch Referenz-Gegenstände von Bedienungsanweisungen, als in sie
normalerweise Hilfekomponenten integriert sind.
Die theoretische Basis dieses Beitrags ist eine semiotische.