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| Tito Paris - Kapverdianische Musik in Lissabon |
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Der folgende Artikel ist aus einem Interview zusammengestellt, welches Dr. Wolfgang Bender (Johannes Gutenberg- Universität-Mainz) am 16.10.1999 in Lissabon mit dem kapverdianischen Musiker Tito Paris führte
Tito Paris wurde am 30. Juni 1963 auf São Vicente, Kapverden, geboren. Er erzählt in diesem Gespräch von seiner Kindheit auf den Kapverdischen Inseln.
Er berichtet, daß er schon mit 10 Jahren begann, Musik zu machen und seitdem in verschiedenen Bands gespielt hat. Bereits 1975 gründete er in mit Freunden zusammen eine Band, in der er Bass und Gitarre spielte. Die Texte waren in dieser Zeit politisch ausgerichtet, was wohl mit der Unabhängigkeit der Kapverdischen Inseln (1974) zusammenhängt. Seine Familie hatte nie besonders viel Geld,so daß er zunächst keine eigenen Instrumente kaufen konnte. Die Musik ihm jedoch immer überaus wichtig, und so leihte er sich die Instrumente aus, oder er bekam sie von seinem Onkel, der Instrumente baute. 1980 begann er mit einer anderen Band zu spielen, die auf den Kapverden sehr bekannt war "Os Gaiatos". Am 1. Juli 1982 wurde er dann von der kapverdischen Gruppe "Voz de Cabo Verde" nach Lissabon eingeladen. Diese Gruppe war 1977 von den Kapverden nach Portugal emigriert, und bat ihm an, mit ihnen zu spielen. Er spielte in der bateria, wechselte aber später auch die Instrumente. Hier spielte er bis 1985, da die gemeinsame Arbeit jedoch problematisch wurde, trennte er sich von der Gruppe und setzte seine Arbeit gemeinsam mit verschiedenen Musikern, wie zum Beispiel Dani Silva und Paulinho Vieira, fort. 1984 hatte er gemeinsam mit Paulinho Vieira ein Konzert in Frankreich, es folgten 1985 Konzerte in New York, Boston und Holland. 1986 veröffentlicht er seine erste Kassette. Er spielte alle Instrumente selbst, hat aber hier noch nicht gesungen. 1993 erscheint "Dança na mi criola", 1996 "Graça de tchega" und schließlich 1999 "Beleza".
1. Ausschnitt aus dem Interview
Tito Paris schreibt seine Musik und seine Texte meistens selbst, wobei er hier auch viel Wert auf die Zusammenarbeit mit den anderen Musikern legt.
2. Ausschnitt aus dem Inteview
Er verwendet kapverdianische Rythmen wie die Coladera und gestaltet sie auf seine persönliche Weise um, so daß etwas neues entsteht.
3. Ausschnitt aus dem Inteview
Er beschreibt die Inspiration, die er für seine Lieder erhält, mit dem Bild eines vorbeifahrenden, jedoch unsichtbaren Zuges, der die neuen Lieder mit sich führt. Er sagt, daß er immer genau weiß, was er in seiner Musik verwirklichen will. Ihm sind die Harmonien in der Musik sehr wichtig, er legt aber auch Wert auf ein besonderes Arrangement. Er vergleicht seine Musik mit der Malerei, in der es auch verschiedene Farben gibt, aber auch Grundtöne, die die Basis legen, was in der Musik zum Beispiel vom Bass übernommen wird. Das Tempo der Musik hingegen vergleicht er mit den Lichtverhältnissen innerhalb eines Bildes, welches bestimmte Teile heraushebt und ausleuchtet. Er betont auch die Bedeutung, die seine Familie und sein Zuhause für ihn haben. Er ist stets bemüht, den Kontakt zu seiner Heimat aufrecht zu erhalten. Heute ist er Mitbesitzer eines Clubs in Lissabon, und leitet eine eigene Band, mit der den für ihn spezifischen Stil spielt.
