Kehrwiederturm
Am Kehrwieder 2
D-31134 Hildesheim
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NEUE AGENDA? STADTTEILFORUM IDEE 01239 ALS FALLSTUDIE FÜR DEN KUNSTVEREIN HILDESHEIM

Mit künstlerischen Beiträgen von Ulf Aminde; Konrad Behr, Adina Huber & Béla Kästner-Kubsch; Torsten Birne; Kaavous Clayton & Matthew Houlding; Thilo Fröbel; Eva Hertzsch & Adam Page; Andrea Knobloch & Silke Riechert; u.a.

Zur Ausstellung Neue Agenda? ist eine Online-Publikation erschienen, die HIER abrufbar ist.

28. April bis 26. Juni 2016

ORT: Kehrwiederturm, Am Kehrwieder 2, 31134 Hildesheim

ACHTUNG – VERÄNDERTE ÖFFNUNGSZEITEN!
Mi 17–20 Uhr
Sa 14–18 Uhr
So 14–18 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

Bild: Ausstellungsansicht Kunstverein Hildesheim, Neue Agenda, 2016.

EINE KOOPERATION ZWISCHEN DEM KUNSTVEREIN UND DEM INSTITUT FÜR BILDENDE KUNST UND KUNSTWISSENSCHAFT DER STIFTUNG UNIVERSITÄT HILDESHEIM

2016 beginnt zwischen dem Kunstverein und dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim eine intensive Kooperation, mit Studierenden, Künstler_innen und Hildesheimer Anwohner_innen, um eine Neuausrichtung des Kunstvereins in der Stadt zu erproben. Dabei ist es Ziel des Kunstvereins, in Dialog mit einem neuen, breiten und lokalen Publikum zu treten. In Bezug auf das Zusammenleben in Hildesheim soll die Rolle seines Kunstvereins verhandelt und künstlerische Gestaltungsimpulse dafür gesetzt werden.

NEUE AGENDA? STADTTEILFORUM IDEE 01239 ALS FALLSTUDIE FÜR DEN KUNSTVEREIN HILDESHEIM

Der Beginn dieser Neuausrichtung ist das Ausstellungsprojekt Neue Agenda? Stadtteilforum IDEE 01239 als Fallstudie für den Kunstverein Hildesheim, das, kuratiert von den in Berlin lebenden Künstlern Adam Page und Eva Hertzsch, am 27. April 2016 im Kehrwiederturm eröffnet wird.

Im Kehrwiederturm wird ein Rückblick auf die künstlerischen Aktivitäten des von Langzeitarbeitslosen und Künstler_innen in der Großsiedlung Dresden-Prohlis gegründeten Stadtteilforums IDEE 01239 e.V. ausgestellt. Prohlis liegt am Stadtrand von Dresden und hat ca. 15.000 Einwohner_innen. Bei IDEE 01239 haben viele Menschen mit unterschiedlichen Biografien von 2007 bis 2012 die Idee verfolgt, mit zeitgenössicher Kunst und Kultur einen toleranten, respektvollen und sozialen Raum in ihrem Stadtteil selbst zu gestalten. Gemeinsame Motivation der z. T. durch Arbeitslosigkeit isolierten Anwohner_innen und der aus innenstädtischen Stadtteilen kommenden Künstler_innen war die Bearbeitung ihrer eigenen gesellschaftlichen und finanziellen Prekarität. Im Eigenauftrag nahmen sie die arbeitspolitischen Versprechungen der “Kreativen Ökonomien” inm Anspruch, stellten Anträge an Arbeits-, Kultur-, und Planungsämter und richteten sich in einem ehemaligen Getränkeladen eine neue, informelle Arbeitsstätte ein. Das Stadtteilforum veranstaltete ein Programm mit Artist-in2 Residence, Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen, Installationen, Interventionen im öffentlichen Raum, Videoarbeiten und Workshops und vernetzte sich bundesweit, z. T. international. Somit schafften Künstler_innen und Nicht-Künstler_innen ihre eigenen Produktionsbedingungen und ein gemeinsames Arbeitsmodell als Alternative zur Logik des Kunstmarktes und zum Regelwerk des 2. Arbeitsmarktes der Agenda 2010.

Fotografien, Modelle, Texte, Videoarbeiten und Zeichnungen werden einen Einblick in die künstlerischen Aktivitäten und die Thematik von IDEE 01239 im Kehrwiederturm und an andere Orten in der Stadt (s.u.) geben.

Bild: Bellmann, Fröbel, Laßner, Niemz, Rebartz, Siegert, Voß. "Wettbüro“, Video, 3 Min., 2008.
Im Video „Wettbüro“ zocken junge Prohliser mit Immobilien. Das von ihnen und dem Künstler Thilo Fröbel geschriebenen Drehbuch bezieht sich auf den Verkauf von Sozialwohnungen in ihrem Stadtteil.

AUSBLICKE AUF DIE STADT

Die Ausstellung wird zudem einen Ausblick in die zukünftige thematische Auseinandersetzung des Kunstvereins starten. Aus den Fenstern des Kehrwiederturms werden Banner ausgehängt, auf denen Fragen zur Rolle des Kunstvereins und zum städtischen Leben in Hildesheim stehen. Im oberen Stock wird innerhalb der Ausstellung ein „offenes“, von Studierenden betriebenes Büro eingerichtet. Dorthin können alle Anwohner_innen ihre Antworten auf diese Fragen bringen. Das Büro wird Anlaufstelle fu?r Menschen sein, die die Ausstellung vermittelt bekommen möchten, sich bei der Formulierung einer Neuausrichtung des Kunstvereins einbringen möchten, ihre Ideen für das zukünftige Zusammenleben in ihrer Stadt mit Studierenden diskutieren und den tollen Ausblick vom Turm genießen wollen.

Bild: Kehrwiederturm, Kunstverein Hildesheim, Neue Agenda, 2016.

BEGLEITVERANSTALTUNGEN AN ANDEREN ORTEN IN DER STADT

Hergeleitet aus den Aktivitäten der IDEE 01239 und als Erprobung eines gemeinschaftsorientierten Vorgehens werden im Rahmen der Ausstellung sechs Masterstudierende des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim Begleitveranstaltungen an Partnerorten in der Stadt durchführen. Zum Beispiel sollen mit lokalen Initiativen und Vereinen an einem großen Runden Tisch in der Eingangshalle vom Rathaus Hildesheim zwei Gesprächsrunden zur zukünftigen Rolle des Kunstvereins öffentlich diskutiert werden.

Bild: Eva Hertzsch & Adam Page "ICF Board Room (Die Notwendigkeit von Dialog)". Installation im Rathausfoyer, 2016.

GESPRÄCHSRUNDEN IN DER EINGANGSHALLE DES RATHAUS HILDESHEIM
Mi. 4. Mai und am Mi. 11. Mai jeweils von 16 bis 17:30 Uhr.

GESPRÄCHSRUNDEN AUF DEM ANGOULEMPLATZ (SÜDLICH VOM HAUPTBAHNHOF)
Mi. 22. Mai von 18 bis 20 Uhr und Do. 23. Mai von 11 bis 13 Uhr. Eintritt frei. Jeder Wilkommen.

FÜHRUNGEN
Während der Ausstellung können bei Sarah Kepski: 0176 84677403 kostenlose
Führungen nach Vereinbarung gebucht werden.

Kuratiert von Eva Hertzsch & Adam Page.
Begleitveranstaltungen in der Stadt von Studierenden des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim.

Bild: Eröffnung der Ausstellung „Arbeitsgelegenheit (AGH)“ im Stadtteilforum IDEE 01239, Dresden Prohlis, 14. Juni 2017

Bild: Andrea Knobloch & Silke Riechert, „Wer sich was wünscht braucht Freunde“. Zeichnung aus ihrer Artist-in-Residency bei IDEE 01239 im 2009