Wie unterscheidet sich Scheitern von Erfolg?
Was muss investiert werden bevor gescheitert werden kann?
Wo definieren sich Erfolg und Misserfolg?
Sind Scheiternserfahrungen dokumentierbar und archivierbar?
Wann wird Scheitern wahrgenommen?
Bewusstes Scheitern als subversive Praxis?
Wer kann scheitern?
Einladung
zum konstruktiven Austausch über Scheiternsszenarien und ihre Potenziale.
Scheiternszusammenhänge werden zum Anlass genommen für Kommunikation, die mit hierarchischen Setzungen von Wissensproduktion bricht. Die Trennungen
zwischen Präsentation, Produktion und Rezeption werden u.a. in Erzählungen, kollektiven Analyseerfahrungen, PowerPointPerformances und Videostatements unterlaufen. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos nach vorheriger
Anmeldung bis zum 26. Juni 2010
per Email an symposium@kunstverein-hildesheim.de.
Programm Symposium...
Mit Bas Jan Ader, Frank Hesse, Sven Johne, Via Lewandowsky, Stefan Löffelhardt, Tamara Lorenz, Julia Oschatz, Oliver Pietsch, Annika Ström, Joel Tauber und Johannes Vogl
Jenseits etablierter Ordnungen sowie in Konfrontation mit dem Unerwarteten und Unkontrollierbaren
enthüllt sich das kommunikative und innovative Potential des Kunstwerks. Aspekte des Unvollendeten,
des Fehlerhaften oder des Zufälligen nehmen zentrale Funktionen innerhalb des gestalterischen Prozesses
ein – Scheitern dient als Medium, als Methode und als Metapher gleichermaßen für die Produktion wie die
Rezeption von Kunst.
Mit der Betonung der generellen Differenz von Entwurf und Ergebnis, Konzept und
Werk, mit der Dokumentation und Präsentation von Scheiternsprozessen, zeigte sich einst der radikale
Anspruch eines für bildwürdig erklärten Scheiterns. Hat künstlerisches Scheitern heute diesen Alternativcharakter
eingebüßt? Ist Scheitern mittlerweile selbst zum Scheitern verurteilt oder lässt sich möglicherweise
gerade heute mit einer Ästhetik des Scheiterns eine überzeugende Gegenstrategie zu herrschenden
Weltbildern formulieren?
Anhand unterschiedlicher Positionen einer überwiegend jüngeren Künstlergeneration untersucht die
Ausstellung „No Matter. Scheitern und Kunst“ das Verhältnis der gegenseitigen Abhängigkeit, welches
Kunst und Scheitern prägt und fragt nach dem gegenwärtigen Interesse an Phänomenen des Scheiterns.
Die für die Ausstellung versammelten Künstler demonstrieren dabei auf humorvolle, analytische und
suggestive Weise je individuell differenzierte Strategien im Umgang mit künstlerischen, alltäglichen und
existentiellen Fallstricken und fordern zur kritischen Auseinandersetzung mit den Formen, den Chancen
und den Konsequenzen von Fehltritten, Versagen und Irrtümern in der Kunst wie im Leben heraus.
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Joel Tauber, „Hole #1“ from „Seven Attempts To Make A Ritual“ (2000-01)
(Photograph by Joel Tauber with Jason Mahanes and In Young Kim Courtesy Adamski Gallery and Susanne Vielmetter LA Projects)
Die dreiteilige Publikation „Fail Better I-III“ greift verschiedene zentrale Aspekte des Projektes auf. Wie auch in der Konzeption und Durchführung des Symposiums wird das Format der Begleitpublikation an sich befragt und mittels der drei Erscheiningstermine während des Projektes versucht, den prozessualen Charakter und die Wechselwirkung zwischen Ausstellung, Symposium und Rahmenprogramm zu integrieren.
Erscheinungstermin Fail Better I: 1. Juli 2010
Wenn es das Scheitern betrifft, sind wir alle Experten auf die eine oder andere Art. Mit dem „Institut zur Nachhaltigkeit und Aneignung des Scheiterns“ haben es sich die jungen Kuratorinnen von a7.ausstellungen zur Aufgabe gemacht, das kollektive Wissen in der Bevölkerung um den Umgang mit dem Scheitern zu sammeln, zu ordnen, zu pflegen und auszustellen.
Die Ernsthaftigkeit des Instituts bietet Forschern und Sammlern Zuflucht, die Form des vitalen Archivs den Besuchern die Möglichkeit, auf einen Pool des Scheiterns zuzugreifen oder ihre eigenen Scheiternserfahrungen dokumentiert und bewahrt zu wissen. Das „Institut zur Aneignung und Nachhaltigkeit des Scheiterns“ ist vom 11. Juni bis zum 8. August 2010 zu Gast in der Ausstellung „No Matter. Scheitern und Kunst“ des Kunstverein Hildesheim.
Öffnungzeiten: Do 15:30 - 17:30, Sa 15:00 - 17:30, So 15:30 - 17:00
Mo, Di, Mi und Fr geschlossen
Ein Projekt von a7.ausstellungen e.V.
Weitere Informationen unter www.a7-ausstellungen.de
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Landes Niedersachsen und der Stiftung Niedersachsen.