wir bieten...
Dekobild im Seitenkopf Hermann Rappe
 

Ehrendoktorwürde für Hermann Rappe

14. November 1988

Dr. h. c. Hermann Rappe wurde am 14. November 1988 in einer Feierstunde im Audimax der Hochschule Hildesheim erster Ehrendoktor der Wissenschaftlichen Hochschule Hildesheim.

Diese Ehrenpromotion ist für Hermann Rappe nicht die erste akademische Auszeichnung. Der ehemaliger Bundestagsabgeordnete ist auch Ehrendoktor der Georg-August-Universität Göttingen sowie seit 1985 Ehrensenator der Medizinischen Hochschule Hannover und seit 1988 Kuratoriumsmitglied der Akademie der Wissenschaften Berlin. Außerdem war Hermann Rappe von 1992 bis 1995 Präsident der Akademie Gesellschaft und Wissenschaft (AGW). Hochschuldirektor Prof. Dr. Reinhard Göllner begündete die Entscheidung für den damaligen Vorsitzenden der IG Chemie-Papier-Keramik mit den Worten: "Seit Bestehen der Bundesrepublik wurde erst ein Gewerkschaftler, Hans Böckler, mit einem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. Es wurde Zeit, an die Bedeutung der Gewerkschaften zu erinnern, indem Heramnn Rappe die gleiche Ehre zuteil wird".

In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Ernst Cloer die fast drei Jahrzehnte andauernde hauptberufliche Gewerkschaftsarbeit mit Schwerpunkt auf Jugend- und Bildungsarbeit hervor. Hermann Rappe habe sich in all den Jahren seiner Arbeit für eine "Demokratisierung der Bildung" eingesetzt. Die Wahrnehmung existenznotwendiger sozialer, betrieblicher und politischer Rechte setze Bildung voraus. Deshalb habe sich Rappe immer den "konservativen Kräften" widersetzt, die den Anteil der Studierenden niedrig halten wollten. Rappe zitierend bemerkt Cloer: "Es gibt aber nicht ein Zuviel an Bildung, es gibt keine Überqualifikation, es gibt nur nach wie vor den Anspruch bestimmter Gruppen, sich selbst die höhere Bildung vorzubehalten." In der gewerkschaftlichen Jugendarbeit wurde unter Rappes Einfluß ein neues Konzept für die Bildungsarbeit verabschiedet. Außerdem wurde eine breite politisch-historische Allgemeinbildung durch Wochenendseminare ebenso gestärkt wie der internationale Jugendaustausch im gleichen Maße mit östlichen wie westlichen Industrienationen. Abschließend sprach Prof. Dr. Cloer auch das Zusammenwirken von Gewerkschaften und Universitäten an. Gerade die IG Chemie gehöre zu einem Industriezweig, der die Kernprobleme der modernen technischen Entwicklung markiere (Chemie, Pharmazie, Nuklearchemie). Hochschulen wie Gewerkschaften seien aufgerufen, für den Menschen in einer "verwissenschaftlichten Welt" zu kämpfen.

 
 

Sekretariat des Präsidiums

Dipl. Ökon. Heike Härtling
Universität Hildesheim
Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim
Telefon: +49 (0) 5121-883-101
Telefax: +49 (0) 5121-883-109
haertlin@uni-hildesheim.de

Mitgliedschaft

Die Stiftung Universität Hildesheim ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen.