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Die Musik im Zentrum

Musiken aus aller Welt stehen im Zentrum des „Center for World Music“, einer Einrichtung der Stiftung Universität Hildesheim, vorübergehend untergebracht in der ehemaligen Timotheuskirche und dem angrenzenden Pfarrhaus.

Das „Center for World Music“ versteht sich als ein Ort der Begegnung für interessierte Jugendliche, Bürger und Bürgerinnen der Stadt und Region Hildesheim, wie auch die StudentInnen der Universität und WissenschaftlerInnen aus aller Welt.

Geplant sind Konzerte, Filmabende, Vorträge, Künstlergespräche und Ausstellungen.

Als feste Ausstellung hat der in Fachkreisen bekannte Sammler Rolf Irle seine Musikinstrumente – ca. 3000 an der Zahl – der Universität gestiftet. Sie werden im ehemaligen Kirchenschiff zu sehen sein. Rolf Irle bietet zu dieser Ausstellung regelmäßig Führungen und Workshops (besonders auch für Kinder) an.

Der Grundbestand des „Center for World Music“ ist die Dauerleihgabe der Stiftung Niedersachsen: Das „Music of Man Archive“ des Musikethnologen Prof. Dr. Wolfgang Laade, der vor seiner Emeritierung das Musikethnologische Archiv der Universität Zürich leitete. Dazu zählen ca. 50.000 Schallplatten, etliche CDs und Tonbänder, sowie ca. 10.000 Bücher und nochmals 1000 Musikinstrumente – wie die der Sammlung Irle – aus aller Welt.

Somit verfügt Hildesheim über eine der umfangreichsten Weltmusikbestände weit und breit. Für die Musikethnologie nicht nur in Europa ist dieses neue Zentrum eine große Bereicherung.

Das „Center for World Music“ wird die Weltmusikpräsenz in Hildesheim auch dadurch verstärken, dass die Musiken aus aller Welt durch Musiker, Sängerinnen und Sänger aus den jeweiligen Regionen selbst vorgestellt werden. Dieses ist eine der wichtigsten Aufgaben des Weltmusikzentrums: Künstler und Künstlerinnen und Produzenten aus Afrika, Asien, Lateinamerika, dem vorderen Orient und der europäischen Volksmusik werden auftreten und zu Wort kommen.

Dabei ist beabsichtigt mit anderen lokalen und regionalen Kulturanbietern zu kooperieren.

Der Kontakt zu lokalen Musikern und Sängerinnen besonders aus Migrantengemeinden gehört auch zum Programm des „Center for World Music“. Diese Künstler sollten so die Gelegenheit bekommen, in Hildesheim sich vor einem größeren Publikum vorzustellen – ein praktischer Beitrag zur besseren Integration der unterschiedlichen Migrantengruppen.

Für die Schüler und Schülerinnen der Region bietet das Haus die Möglichkeit, sowohl durch die Führungen von Rolf Irle, wie auch durch zahlreiche andere Veranstaltungen ein aktuelles und zeitgemäßes und vielfältiges Bild der Welt zu bekommen.

Die Universität Hildesheim bietet bereits jetzt innerhalb der Musikwissenschaft Unterricht in 10 unterschiedlichen außereuropäischen Musikinstrumenten an. Damit ist die Universität deutschlandweit sehr gut aufgestellt. Noch immer ist es üblich, wenngleich in manchen Bundesländern jedes dritte Kind Migrationshintergrund besitzt, dass ausschließlich unsere üblichen Instrumente unterrichtet werden. Längst ist aber die Zeit gekommen, dass Musiken und Musikinstrumente aus aller Welt in den Musikunterricht eingebaut werden müssen.

Daher werden neben den Konzerten des „Center for World Music“ Vorträge für alle Interessierte und Seminare für Studierenden angeboten.

Das „Center for World Music“ bietet daneben auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt einen Ort zur Forschung an. Es können Musiken über Hörstationen zu Ohr kommen und die entsprechende Literatur bereitgestellt werden. Fachspezifische, auch populäre Zeitschriften sind im „Center for World Music“ einsehbar.

Die wissenschaftliche Arbeit des „Center for World Music“ ist besonders intensiv mit Archiven in der ganzen Welt vernetzt. So z.B. werden zur Zeit die Schellackplatten und Vinyl-Bestände von der Ghana Broadcasting Corporation digitalisiert. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Musikethnologen Prof. Dr. Raimund Vogels der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Dort wird die Laade-Sammlung, gefördert vom Land Niedersachsen, zur Zeit digitalisiert und ein Projekt, das zur Verbesserung der Arbeit in drei Archiven in Afrika führen soll, ist gestartet.

Die digitalisierten Töne können von gesondert zugangsberechtigten Studierenden der Universitäten Göttingen, Hochschule für Musik und Theater Hannover und Hildesheim abgerufen werden. Dieser Verbund soll langfristig ein Studium der Musikethnologie ermöglichen.

Die Kontakte des „Center for World Music“ werden weltweit für die zukünftigen Forschungsprojekte fruchtbringend sein. In Malawi werden mit Mitteln des Auswärtigen Amts weiter die zeitgenössischen Musiken dokumentiert (Hildesheim), in Kairo das Archiv der Koptischen Kirche digitalisiert (Hochschule für Musik und Theater Hannover) und vieles mehr.

Die „Laade Sammlung“, die die Grundlage des „Center for World Music“ bildet, wird mit Mitteln der Universität Hildesheim aktualisiert. Das bedeutet, dass die weltweite Entwicklung der Musik beobachtet und dokumentiert werden kann. Entsprechend werden die dazu notwendigen Tonträger und audio-visuelle Dokumente erworben und auch die aktuellen Zeitschriften im Zentrum dem interessierten Publikum, wie auch der akademischen Fachwelt zur Verfügung gestellt.

 
 

Kontakt

Wissenschaftliche Koordinatorin

Kerstin Klenke

Email: cwm_klenke[at]uni-hildesheim.de

Tel.: +49 (0) 5121 883 290

Direktor

Prof. Dr. Raimund Vogels

Email: cwm_vogels[at]uni-hildesheim.de

Tel.: +49 (0) 5121 883 291

Afrikabeauftragter

Prof. Dr. Wolfgang Bender

Email: benderw[at]uni-hildesheim.de
Mobil: +49(0)171.1984499
Privat: +0049(0)6753 962199

Postadresse

Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim

Besucheradresse

Timotheus Platz / Schillstraße
(ehem. Timotheuskirche)
31141 Hildesheim