Promotionsstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik
Wissenschaftliche Nachwuchsförderung in einem internationalen Umfeld
Zentrales Ziel des Promotionsstudiengangs Sozial- und Organisationspädagogik ist es, dass Promovierende zielgerichtet und konzentriert ihr Promotionsvorhaben auf einem hohen wissenschaftlichen und internationalen Niveau umsetzen können. Der Promotionsstudiengang ist der zentrale Kern der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.
Der Promotionsstudiengang richtet sich an überdurchschnittlich qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Sozial- und Erziehungswissenschaften, die sich durch interdisziplinäres Wissen, eine Ausrichtung an internationalen Theorie- und Forschungsbezügen und sehr gute forschungsmethodische Kenntnisse auszeichnen.
Die Promovierenden des Promotionsstudiengangs Sozial- und Organisationspädagogik werden für anspruchsvolle akademische wie außerakademische Führungsaufgaben im Sozial- und Bildungswesen qualifiziert und können ihr eigenes Forschungsprofil in übergreifende internationale Forschungszusammenhänge einordnen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland sind in das Studienprogramm eingebunden, damit die Promovierenden auch über diesen Weg früh Kontakte zur internationalen Wissenschaftsgemeinschaft knüpfen können. Genauso gehören internationale Forschungsaufenthalte der Promovierenden bzw. Praktika im Ausland zum Bestandteil des Studienprogramms wie internationale Tagungen, Angebote zur Fremdsprachenausbildung und die Durchführung von Veranstaltungen in englischer Sprache. Die Promovierenden werden zudem dazu angehalten, möglichst auch in englischer Sprache und in internationalen Publikationsorganen zu publizieren und an Tagungen im Ausland nicht nur teilzunehmen, sondern auch zu referieren.
Die inhaltliche Struktur gliedert sich in gemeinsame allgemeine Studieninhalte (Sozialpädagogische Theoriebildung, Organisationstheorie, Methodologie und Forschungsmethoden) sowie in drei Schwerpunktbereiche:
- Transnationalität von sozialen Diensten: Die Promovierenden dieses Schwerpunktbereichs sollen sich über den Studiengang in die transnationale soziale Unterstützungsforschung integrieren und auf die Entwicklung von und die Mitarbeit in internationalen und transnationalen Netzwerken und Organisationen vorbereitet werden.
- Management, Regulierung, Recht, Kommunikation von und in sozialen Diensten: Die Promovierenden dieses Schwerpunktbereichs setzen sich intensiv mit den organisationalem Wandel der sozialen Dienste auseinander. Sie erforschen neue Formen der Regulierung, Kommunikation, des Rechts und des Managements sozialer Dienste.
- Biographien, Übergänge und soziale Dienste: Die Promovierenden dieses Schwerpunktbereichs erforschen und entwickeln neue Zugänge im Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zu den sozialen Diensten. Im Vordergrund steht die Adressaten- sowie Übergangsforschung.
Insgesamt ist eine zunehmende Internationalisierung in der Entwicklung der sozialen Dienste auszumachen. Zunehmend werden Vergleiche mit anderen europäischen Ländern durchgeführt und bewährte Modelle transferiert. Dabei hat das europäische Recht einen wichtigen Einfluss auf Veränderungsprozesse im Dienstleistungssektor bzw. löst dort zahlreiche Irritationen aus (z.B. die sog. Dienstleistungsrichtlinie) und verändert – auch unter dem Einfluss von Vergabe- und Wettbewerbsrecht – die hiesigen Strukturen sozialer Dienstleistungsorganisationen und Trägerstrukturen. In diesem Zusammenhang sind zudem die transnationalen Herausforderungen zu nennen, die einerseits in die lokalen sozialen Dienste hineinwirken und andererseits zu einem Feld transnationaler Wohlfahrtsproduktion geführt haben, in dem eine Vielfalt transnationaler Organisationen konkurrieren.
Der Promotionsstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik verfolgt darum ein doppeltes Ziel: Erstens die Forschung in den genannten Bereichen zu intensivieren, zu internationalisieren und Perspektiven für die sozialen Dienste in diesem Strukturwandel zu entwickeln. Zweitens sollen über den Promotionsstudiengang wissenschaftlicher Nachwuchs (Universitäten und Fachhochschulen) und Führungskräfte für den Bereich der sozialen Dienste ausgebildet und gefördert werden. Deshalb ist die Kompetenzentwicklung hin zu einer eigenständigen Forscherpersönlichkeit ein zentrales Anliegen des Studienprogramms. Entsprechend ist die Eigenständigkeit – auch über die unmittelbare Forschungstätigkeit hinaus – von Beginn an zu unterstützen, da die derzeitige Modernisierung der Hochschulen die Promotionsstudiengänge zu zentralen Orten der Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden lässt.


