Einleitung
Als Orientierungsrahmen für die inhaltliche Gestaltung und prozessuale Gliederung der Module des Studiengangs organization studies dient ein mehrdimensionales Verständnis von organisatorischer Kompetenz.. Ausbildungsziel ist der reflektierte und wissenschaftlich gebildete Organisationspraktiker (im Sinne von Schön 1983), der ausgeprägte Reflexions- mit vielfältigen Handlungskompetenzen zu verbinden weiß. Er ist zur Beobachtung zweiter Ordnung fähig, d.h. in der Lage Innen- und Außenperspektiven auf die Organisation zu unterscheiden und aufeinander zu beziehen. Er vermag die eigene Beobachterposition, deren besondere Leistungsfähigkeit, aber auch deren „blinde Flecke“ zu erkennen. Er kann die Organisation bzw. organisatorische Prozesse aus dem Blickwinkel unterschiedlicher professioneller Positionen betrachten, d.h. nicht nur der des Managers, sondern auch jener des Wissenschaftlers, Beraters oder Öffentlichkeitsarbeiters. Er weiß auch um die leitenden Unterscheidungen, an denen sich diese Positionen orientieren und im Bezug auf diese jeweils die Kriterien für gekonntes und situativ angemessenes Vorgehen zu entwickeln sind.
Ein erfolgreicher Absolvent verfügt über ein reichhaltiges Repertoire an Instrumentarien, das ihm für die Bewältigung wie für die Beurteilung ganz verschiedener organisationsrelevanter Aufgabenstellungen (wie Evaluation, Intervention, Entscheidungsfindung, Informationsvermittlung) zur Verfügung steht. Diese Instrumente verwendet er aber nicht nach Gusto oder entsprechend der Rhythmik aktueller Managementmoden, sondern relativiert sie vor dem Hintergrund der anderen, insbesondere der erworbenen wissenschaftlichen Kenntnisse und Standards.
Absolventen des Studiengangs können selbstverständlich nicht zugleich zu vollwertigen Organisationsforschern, Organisationsberatern, zu Managern und zu Kommunikationsexperten ausgebildet werden. Sie können aber sehr wohl je nach ihrer eigenen Schwerpunktsetzung Prioritäten setzen, ihre bisherigen Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen und diese mit bislang fehlenden Kompetenzen ergänzen. Zudem vermögen sie durch Perspektivenübernahme und fundierte Grundlagenkenntnisse der anderen Zugangsweisen besser abzuschätzen, wann sie auf diese anderen Kompetenzen bzw. entsprechende Experten zurückgreifen müssen und was sie gegebenenfalls von diesen an Hilfestellungen zu erwarten haben (im Sinne einer „Kompetenz des Nicht-Wissens“).




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