Ziele und Zielgruppen
Ziele
Die gesellschaftliche Relevanz von Organisationen ist heute unbestritten. Hochentwickelte Gesellschaften haben sich in einer Weise ausdifferenziert, dass fast alle lebenswichtigen Funktionen einer organisationsförmigen Bearbeitung bedürfen. Die moderne Gesellschaft ist wie nie zuvor von der Funktionstüchtigkeit der in ihr operierenden Organisationen abhängig geworden. Daraus ergibt sich die grundsätzliche Bedeutung eines Studiengangs „organization studies“.
Die Einordnung dieses Themenfeldes in die traditionelle Fächerlandschaft von Universitäten erweist sich allerdings als schwierig. Das gesellschaftliche Phänomen „Organisation“ lässt sich keiner der klassischen Wissenschaftsdisziplinen in toto zuordnen. Die Psychologie, Betriebswirtschaftslehre, die Rechts- und Sozialwissenschaften, die Erziehungswissenschaft und die Politologie haben ihre je fachspezifischen Zugänge zu diesem speziellen Typus sozialer Systeme entwickelt. Keine dieser Disziplinen kann freilich ein umfassendes Wissen zur Verfügung stellen, das ein professionelles Herangehen an die Gestaltung komplexer Organisationen (an die Aufgabe des „Organisierens“ im Sinne von Karl Weick) heute benötigt. Dies verlangt eine transdisziplinäre Konzeption und ein theoretisches Selbstverständnis, das sich aus den selbst geschaffenen Begrenzungen disziplinorientierter Denktraditionen lösen kann. Als Oberbegriff für ein solches transdisziplinäres Feld setzt sich zunehmend der Begriff „Organization Studies“ oder „Organisationswissenschaft“ durch (Vgl. das für das Feld repräsentative Handbuch von Clegg, Hardy und Nord (1996; zweite Auflage 2006). Auch maßgebliche Organisationspsychologen (wie Weinert 1998), Betriebswirtschaftler (Schreyögg 2003) oder Soziologen (Luhmann 2000) plädieren für ein solches disziplinübergreifendes Verständnis von „Organisationswissenschaft“). Einschlägige Studienprogramme werden deshalb meist in der auch hier vorliegenden Form von postgradualen und von Weiterbildungsstudien realisiert.
Das Ziel des Studiengangs liegt in der Ausbildung der Studierenden in Fragen des Management bzw. der Beratung von Organisationen, die auf Kenntnissen der Organisationsforschung basiert und Kompetenzen der Kommunikation in Organisationen umfasst. Die Studierenden sollen praxisrelevante Handlungs- und Reflexionskompetenzen erwerben, die eine sachgerechte, fundierte und kritische Auseinandersetzung mit Fragestellungen innovativer Organisationsprozesse fördern und damit die eigene Entwicklung von Handlungsstrategien und -konzepten für die jeweilige Problemstellung der Organisation ermöglichen.
Die drei möglichen Schwerpunktrichtungen sollen durch eine kontext-adäquate Wahl von Modulthemen, sowie durch die Erstellung einer Masterarbeit zum Schwerpunkt eine berufsfeld-relevante Qualifizierung ermöglichen.
Ziele des Studienschwerpunkts Organisationsmanagement
Ziel des Studienschwerpunktes Organisationsmanagement ist es, die Studierenden mit dem erforderlichen Know-how für die Initiierung, Steuerung, Begleitung und Evaluierung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen in Organisationen auszustatten. Der Studienschwerpunkt Organisationsmanagement ist darauf ausgerichtet, das Verständnis und die Fähigkeiten zum Management organisatorischen Handelns zu verbessern und beratend in die eigene oder fremde Organisation einzubringen. Dabei sollen organisationswissenschaftliche Konzepte und Methoden mit strukturierten Möglichkeiten zur Anwendung des Wissens auf den eigenen Arbeitsbereich kombiniert werden.
Die Absolventen dieses Schwerpunkts können das Handeln in und von Organisationen differenzierter erfassen, besser verstehen, kennen die einschlägigen Management-Konzepte und sind in der Lage, mit diesem Wissen Organisationsentwicklungs- und -beratungsprozesse zu gestalten; sie verfügen über neue Ideen und Instrumente, die ihnen helfen, problematische Konstellationen in Organisationen, Abteilungen, Bereichen differenzierter zu erfassen und in innovativer Weise zu bewältigen; sie wurden sensibilisiert für interaktive Dynamik und für Machtprozesse in Organisationen und Teams; sie haben innovative Führungskonzepte kennengelernt und erfüllen die Anforderungen an moderne Führungskräfte, Organisationsentwickler und -berater; sie haben erfahren, mit welchen Instrumenten, Bedingungen, Chancen und Grenzen sich auch das Unerwartete managen lässt.
Ziele des Studienschwerpunkts Schulmanagement
Die Idee der ‚eigenverantwortlichen Schule’ setzt sich auch im deutschsprachigen Raum immer mehr durch. Einst verstanden als die Forderung, den pädagogischen Fachleuten ‚vor Ort’ mehr Autonomie zu ermöglichen, jüngst als bildungspolitische Idee formuliert, durch konsequente Dezentralisierung mehr Qualität in der schulischen Ausbildung zu erreichen. Der Studienschwerpunkt Schulmanagement zielt darauf,
- Pädagogische Führungskräfte über die Aufgaben schulischer Organisations- und Personalentwicklung zu informieren (aktuelles Wissen)
- den Umgang mit Unsicherheit gewinnbringend im System Schule zu praktizieren
- Maßnahmen anzuregen, um die Teilnehmer zu ermutigen, konkrete schulische Entwicklungs-Prozesse zu initiieren, zu steuern und zu begleiten (praktisches Können).
Die Studierenden dieses Schwerpunktes sollen ihr fachliches Know-how
- zum einen im Alltag immer mehr mit organisations-pädagogischen Fähigkeiten verbinden lernen um kooperative Arbeits- und Entwicklungszusammenhänge in Schulen noch verantwortlicher, professioneller und erfolgsorientierter zu gestalten;
- zum anderen sollen sie dieses Know-how nachhaltig einbringen und weitergeben lernen, und damit den Anspruch „Lernende Organisation Schule“ mit einlösen helfen.
Ziele des Studienschwerpunkts Bildungsmanagement
Wenn in einer immer komplizierter werdenden und schneller sich wandelnden Welt „Bildung“ als bedeutsame Ressource betrachtet wird, dann kommt es darauf an, dass Menschen über passende, d.h. bedarfsgerecht entwickelte, in inhaltlicher und methodischer Sicht zukunftsweisende und originelle Bildungsangebote verfügen, um noch wirkungsvoller den
anstehenden Herausforderungen begegnen zu können. Ziel des Studienschwerpunktes „Bildungsmanagement“ ist es, Studierende als zukünftige Bildungsmanager für die Gestaltung von „Bildungsprozessen mit dem Anspruch lebenslangen Lernens“ auszustatten.
Dabei zielt dieser Schwerpunkt im engeren Sinne auf Kompetenzen für Bildungsprozessmanagement, d.h. auf die Schaffung von Angeboten, die „from the learners point of view“ entwicklungs-förderlich und attraktiv sind. Hierzu gehören z.B. Bildungsmanagementaufgaben wie Bedarfsanalysen, innovative Lerndesigns, anspruchsvolle Bildungsprogrammplanung, effiziente Lernorganisation, zielorientierte Evaluation, Transfer- und Nachsorgeaktivitäten; Curriculum-Revision.
Im weiteren Sinne zielt der Schwerpunkt auf Kompetenzen zum Bildungsbetriebsmanagement, d.h. auf die Gestaltung der organisationalen, finanziellen und personalen Rahmenbedingungen und Infrastrukturen. Hierzu gehören z.B. Bildungsmanagementaufgaben wie Weiterentwicklung und Veränderung von Bildungseinrichtungen; Controlling/Bildungscontrolling; Personalmanagement, Akquise und Bildungsmarketing.
Kompetentes Bildungsmanagement beinhalte die Fähigkeit, individuelle und gruppen-orientierte Bildungsbedürfnisse zu Bildungs-Bedarfen zu verdichten. Sodann schafft es die Voraussetzungen dafür, dass diese Bildungsinteressen in einer Bildungseinrichtung auch tatsächlich zur Entfaltung kommen. Dabei ist es ein wichtiges Anliegen, die modernen Einsichten der Lehr-/Lernforschung und der Organisationslehre zu berücksichtigen. In einem qualitäts-orientierten Viereck von qualifiziertem didaktischen Handeln, einer anregenden Lehr-/Lern-Kultur, gelingenden Organisationsprozessen und unterstützender Führung soll ein systemisches Verständnis von Bildungsmanagement gefördert werden.
Zielgruppen
Zielgruppe des Studiengangs sind Personen, die mit herausgehobenen Gestaltungsaufgaben in Organisationen im Bereich Organisationsentwicklung, Führung, Personalentwicklung, Management, Projektleitung usw. betraut sind:
- Im Bereich Organisationsmanagement sind dies Personen, die Kompetenzen erwerben bzw. vertiefen wollen, um sich für einen weiteren Aufstieg in eine höhere Führungsposition bzw. für die Wahrnehmung neuer Positionen im Management und in der Beratung von Organisationen zu qualifizieren. Zu dieser Gruppe zählen etwa Teamleiter, Ärzte in Kliniken, Verantwortliche im Personal- und OE-Bereich, Projektleiter, Ingenieure mit Führungsrollen, Angehörige sozialer Berufe, die Einrichtungen und Organisationseinheiten erfolgreich führen wollen.
- Im Bereich Schulmanagement sind es Personen, die auf professionelle Weise Schulentwicklungsprozesse initiieren, steuern, begleiten und/oder evaluieren können wollen; die sich für Funktionen der Steuerung von Schule (Schulleitung, stellv. Schulleitung, Steuergruppen, Bereichsleiter, Koordinatoren u.a.) qualifizieren wollen, oder Personen, die Schulsysteme analysieren oder beraten wollen (Schulforschung, Schulentwicklungsberatung, Schulinspektion, etc.).
- Im Bereich Bildungsmanagement wird ein Personenkreis angesprochen, der sich für die Konzeption, Organisation, Administration, Evaluation von Bildungsprozessen bzw. der Führung entsprechender (Teil-)Organisationen qualifizieren will und dabei ggf. auch überregionale bzw. internationale Perspektiven im Auge hat. Als Interessenten kommen z.B. in Frage: Beschäftigte von Kulturmittler-Organisationen, Jugend-/Er-wachsenenbildungsorganisationen, Hochschulen, Akademien sowie Nichtregierungsorganisationen der Bildungs- und Entwicklungszusammenarbeit, Organisationen der wissenschaftlichen Weiterbildung und der beruflichen Fortbildung.
Diese Zielgruppe umfasst typischerweise Personen im Altersbereich zwischen 30 und 45 Jahren. Sie überschneidet sich damit kaum mit der Zielgruppe von MBA-Programmen, die in aller Regel jünger und von der fachlichen Vorbildung homogener ist (insbesondere Betriebswirtschaftler, relativ knapp bzw. unmittelbar nach dem Studium). Im Vergleich zu MBA-Angeboten zeichnet sich der Studiengang durch eine besondere Gewichtung des Aspekts der Beratung von Organisationen und durch eine stärker sozialwissenschaftliche Orientierung aus.




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