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Montag, 01. Juli 2013   / 1 Jahre

Konsum und Kreativität – nur auf den ersten Blick gegensätzlich

Am 20. und 21. September findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg eine Tagung statt, bei der Vertreter wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung einen frischen Blick auf kreative Anteile des Konsums werfen.

Kulturwissenschaftliche Konsumforschung befand sich lange Zeit im Schatten einer Kulturkritik, die Konsumenten eher als verführt und passiv denn als kreativ und erfinderisch verstanden hat. Tatsächlich umfasst der Umgang mit käuflichen Dingen eigensinnige Praktiken wie das Kuratieren und Kombinieren präfabrizierter Produkte und deren umgestaltende Aneignung, sei es in subversiver, personalisierender oder künstlerischer Absicht. Darüber hinaus werden Gestaltungsmöglichkeiten von Konsumenten mehr und mehr in die Produktentwicklung hinein vorgelagert, so dass Verbraucher nicht nur Vorgefertigtes abnehmen, sondern ko-kreativ in Erscheinung treten.

 

Auf Einladung Herder-Kollegs – Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung und des am Lehrstuhl für Kulturwissenschaft und Populäre Kultur angesiedelten Forschungsschwerpunktes zur Konsumkultur treffen sich am 20. und 21. September Experten unterschiedlicher Fächer, um neue Zugänge zu einem alten Gegensatzpaar zu erkunden. Am ersten Tag beleuchten der Ethnologe Hans Peter Hahn (Frankfurt/M), die Kulturhistorikerin Gudrun M. König (Dortmund) und der Zeithistoriker Siegfried Mattl (Wien) das Tagungsthema aus kulturvergleichender und historischer Perspektive, während der Frankfurter Germanist Heinz Drügh sich in seiner Keynote dem ästhetischen Umgang mit käuflichen Dingen zuwendet. Besondere Anschaulichkeit verspricht die Vorführung kaum bekannter Filmaufnahmen des Wiener "Gewerbeumzugs" aus dem Jahr 1929 sowie die Präsentation künstlerischer Arbeiten von Thomas Rentmeister (Berlin), der durch die Verwendung von Konsummaterialien bekannt geworden ist. Im Anschluss daran untersucht Stefan Krankenhagen (Hildesheim) den Museumsshop als exemplarische Schnittstelle von Konsum und Kreativität.

 

Am zweiten Tagungstag werfen die Literatur- und Kulturwissenschaftler Uwe Lindemann (Bochum) und Thomas Hecken (Siegen) sowie der Hamburger Konsumsoziologe Kai-Uwe Hellmann einen Blick auf die "konsumistische Moderne", während der Organisator der Tagung, Dirk Hohnsträter (Hildesheim), und der Kunst- und Medienwissenschaftler Simon Bieling (Karlsruhe) die digitalisierte Gegenwart betrachten.


Wie kreativ ist der Konsum? War er es schon immer? Wird er es erst heute? Und wie gehen Künstler mit käuflichen Dingen um? Ziel der Tagung ist es, sich in neuer Sicht mit kreativen Aspekten des Konsums auseinanderzusetzen.

 

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Kategorie: Medien, Theater und Populäre Kultur
 
 
 

 

Bald auf dem Kulturcampus:

 

 
 
 
Letzte Änderung: 30.04.2013