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Herzlich Willkommen!


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen der Vorsitzenden der Kommission, Frau Professorin Dr. Margarete Götz (Universität Würzburg), lädt die Universität Hildesheim herzlich ein zur 18. Jahrestagung der Kommission "Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe" der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE, Sektion Schulpädagogik) zum Thema

Zwischen Fachdidaktik und Stufendidaktik:
Perspektiven für die Grundschulpädagogik

21. - 23. September 2009

Wohin geht es mit der Grundschulpädagogik? Das ist die übergreifende Fragestellung der Tagung. Im Zuge der Output- und Kompetenzorientierung in allen Schulstufen rücken Schlaglichter wie "Fachunterricht ab Klasse 4?" oder "Turbo-Abitur?" zunehmend in die öffentliche, bildungspolitische und wissenschaftliche Diskussion. Wie sich die Grundschulpädagogik in diesem Diskurs positionieren kann und welche Entwicklungsperspektiven sich im Spannungsfeld zwischen den Anliegen der Fachdidaktiken und den Aufgaben der Stufendidaktiken zeigen, soll Arbeitsfeld der Jahrestagung sein. Mit seiner Doppelperspektive auf unterschiedliche didaktische Referenzsysteme wird ein breites Spektrum von Problemstellungen aufgespannt, die sowohl die Grundschule als Institution wie auch die Grundschulpädagogik als Disziplin betreffen.

  • Soll sich die Grundschule zur Sicherung von Bildungskontinuität stärker an den spielerisch erfahrungsorientierten Bildungs- und Lernkonzepten von Kindertagesstätten ausrichten, wie beispielsweise aktuell in der jahrgangsgemischten Schuleingangsstufe beobachtbar ist?
  • Oder wird sich die Grundschule wieder stärker an den Anforderungen der Sekundarschule orientieren und die Konzepte des domänenspezifischen, kumulativen Lernens zu ihrer Grundlage machen und die Kontinuität fachlicher Bildung in den Vordergrund stellen?
  • Wie sehen das Bildungsprogramm der Grundschule und seine didaktische Umsetzung aus, wenn in ihren Klassenzimmern zunehmend Kinder mit unterschiedlichen Primärsprachen und verschiedenen kulturellen und religiösen Orientierungen gemeinsam lernen - und wenn sie die Altersunterschiede in den Anfangsklassen durch Eingangsstufen erheblich erweitert und wenn sie das Miteinander bis in den Nachmittag ausdehnt? Welche Integrations- bzw. Inklusionsleistungen wird die Grundschule zu bewältigen haben?
  • Wie werden sich außerschulische Kontexte als einflussreiche Bedingungsfaktoren schulischen Lernens verändern und wie wird die Grundschule auf gesellschaftliche Entwicklungen und Erwartungen reagieren?
  • Welche professionellen Kompetenzen benötigen Grundschullehrkräfte, um die Differenz zwischen dem Alltagswissen der Grundschüler und dem fachlich geordneten Wissen in didaktischer Weise bearbeiten zu können? Unter welchen beruflichen Bedingungen können Grundschullehrkräfte sowohl für stabile Betreuung im Klassenlehrersystem als auch für fachbezogenen Unterricht sorgen?

Kurzum: Was lernen Kinder in der Grundschule - und wie lernen sie? Und die Lehrkräfte und Eltern: Was lernen sie - und was müssten sie lernen -, wenn all diese Aufgaben besser gelöst werden sollen?

Klar ist, dass dies in der neunzigjährigen Tradition der deutschen Grundschule keine grundsätzlich neuen Aufgaben sind. Weniger klar ist, ob die unterschiedlichen Fachgebiete und Disziplinen, auf deren Erkenntnisse die Grundschulpädagogik als Disziplin angewiesen ist, eine hinreichend konvergente oder eine eher divergente Entwicklung nehmen. So ist im letzten Jahrzehnt eine deutliche Forschungsintensivierung in den Fachdidaktiken zu beobachten. Unklar ist außerdem, in welchem Ausmaß fachgebundenes und fachübergreifendes Lernen realisiert werden muss und ob die Didaktiken der Unterrichtsfächer bzw. der Lernbereiche hinreichende wechselseitige Anschlussfähigkeit aufweisen. Im Bereich der schulischen Bildung ist die Allgemeine Didaktik für die Integration fachlicher Bildung und für den Erwerb von Allgemeinbildung zuständig. Welche Theorie- und Forschungsanstrengungen muss die Grundschulpädagogik leisten, wenn eine akzeptable Balance zwischen den Ansprüchen der Stufendidaktik, der Fachdidaktik und der Allgemeinen Didaktik gelingen soll?

Ziel der Tagung ist es, diese Fragen in die breite Diskussion der an der Grundschulforschung beteiligten Wissenschaftsbereiche zu stellen. Eingeladen sind Beiträge aus der Grundschulforschung und der Pädagogischen Forschung der frühen Kindheit, aus der Allgemeinen Didaktik und den Fachdidaktiken sowie aus der Lehr-Lernforschung einschließlich der entsprechenden Bereiche aus der Pädagogischen Psychologie sowie der Soziologie und Politikwissenschaft. Erwartet werden sowohl systematisch-theoretische Ansätze als auch historische, international-vergleichende und empirische Studien, die Perspektiven der Grundschule und ihrer Pädagogik entfalten und damit jenes fördern, was bereits der Fall ist: Die Grundschule ist die erfolgreichste allgemeine Schule des deutschen Bildungssystems.

Die Tagung wird sowohl für Einzelvorträge, Symposien als auch für Poster angemessene Präsentationsformen bieten. Insbesondere wird eine Posterausstellung überschneidungsfrei in das Programm aufgenommen.

Wir freuen uns auf Ihre Diskussionsbeiträge!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Karl-Heinz Arnold, Prof. Dr. Olga Graumann, Prof. Dr. Katrin Hauenschild

Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft
Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht
Universität Hildesheim


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