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L'Alba - Musik aus Korsika
L'Alba - Musik aus Korsika3. Juni 2010 Konzert und Gesangsworkshop
Konzert: 3. Juni 2010, 19 Uhr im CWM Workshop: 3. Juni 2010, 10-13Uhr im CWM Anmeldungen an cwm.weiss@gmx.de Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei! Spenden sind willkommen.
In den 1970er Jahren begannen die Korsen, ihre eigene Kultur wiederzuentdecken, die seit der Zugehörigkeit Korsikas zu Frankreich öffentlich verboten war und Gefahr lief, in Vergessenheit zu geraten. Dem Geiste dieser "riacquistu" ("Wiederentdeckung") fühlen sich auch die aus Calvi (Balagne) stammenden Musiker verpflichtet, die sich im 1992 gegründeten Sextett "L’ALBA" ("Morgenröte") zusammenfinden. So machen sie mit den anrührenden alten, unter die Haut gehenden A-capella-Gesängen, den "paghjellas" und Messgesängen, klar, dass sie sich als Botschafter ihrer heimischen Musiktraditionen verstehen. Dabei ist ihre Musik traditionsbewusst, aber nicht traditionsbefangen, ist inspiriert durch zahlreiche Einflüsse, lässt filigranen Jazz oder Klezmer durchklingen, ist wandlungsfähig, lebendig und unglaublich intensiv. Neben dem kraftvollen polyphonen Gesang beeindrucken sie durch virtuose Fähigkeiten auf Instrumenten wie der Cetera, einer 16-saitigen korsischen Sonderform der Cister und der arabischen Laute Oud, aber auch auf klassischen Instrumenten wie der Gitarre und Geige, Bassklarinette und Kontrabass. „Radiche suprane“ („Himmlische Wurzeln“) ist ihr jüngstes musikalisches Projekt, inspiriert vom gleichnamigen literarischen und fotografischen Werk des Fotografen Tomas Heuer, ein Werk der Passion für Bäume und den Himmel. L’Alba gelingt es die von ihm ausgehende starke poetische und esoterische Kraft in Musik zu überführen und weckt das Bewusstsein für ein Thema, das so außerordentlich aktuell ist: das der Umwelt. Im Center for World Music stellen sie neben diesem Projekt auch ihre Lieder zu ihrer Heimatstadt vor, besingen sie die kleinen Dinge des Alltags - ergreifend im Szenarium der ausdrucksvollen Klangwelt von L’ALBA. Es spielen Benjamin Dolignon (Gesang, Gitarre), Eric Ferrari (Kontrabass und Bassgitarre), Cecce Guironnet (Gesang, Klarinette und Bassklarinette), Sebastien Lafarge (Gesang, Gitarre, Cetera, Harmonium), Cedric Savelli (Gesang, Violine, Cetera, Gitarre), Jean-Francois Vega Albertini (Gesang, Gitarre, Cetera, Oud)
L'Alba Gesangsworkshop - Einführung in polyphones Singen3. Juni 10 - 13 Uhr, im CWM
Ziel dieses Workshops ist es, interessierten SängerInnen zu zeigen und sie selbst erfahren zu lassen, wie auf Korsika der traditionelle Gesang gelernt und wie er weitergegeben wird: durch Zuhören und Nachsingen. Es wird allgemein die korsische Kultur und der korsische Gesang in Vergangenheit und Gegenwart vorgestellt. Die Gesänge werden fast ausschließlich in korsischer Sprache gesungen. Diese ist daher ein wesentliches Element der korsischen Gesangskultur und es wird auch über sie gesprochen. Dann stellen die Musiker von L’Alba eine “paghjella“ vor - dem auf Korsika am weitesten verbreiteten profanen polyphonen Gesang für drei Stimmen: u bassu, a seconda und a terza. Zunächst singen sie die gewählte Paghjella gemeinsam, dann die einzelnen Stimmen. Jede(r) TeilnehmerIn versucht nach einer ersten Erkundung aller Stimmen die für ihn oder sie zutreffende Stimmlage zu finden. Mit je einem Musiker beginnt die Arbeit mit jeder Stimme. Das ermöglicht auch, über Rangordnung, Intervall, Phrasierung und Verzierung zu sprechen. Ziel dieser Arbeit ist es, dass die TeilnehmerInnen gemeinsam eine Paghjella singen können. Wenn es die Zeit erlaubt, wird in einem zweiten Teil der sakrale Gesang vorgestellt, verbunden mit dem Studium eines Messegesangs.
CHARSOO - Musik aus dem Iran
Workshop 28. Mai, 14-18 Uhr (CWM) & 29. Mai, 10-16 Uhr (HMT Hannover, genauer s.u.), Eintritt frei!
Das 2007 in Teheran, Iran, gegründete Ensemble CHARSOO unternahm bereits 2007 und 2009 Konzertreisen nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz. In ihren eigenständigen Arrangements schöpfen die Musiker aus der oralen Tradition iranischer klassischer Musik und erweitern die klassische Improvisation – den musikalischen Höhepunkt iranischer Musik - um die Ensemble-Improvisation. Die Melodien, musikalischen Formen und der spirituelle Gehalt des radif sind der Ausgangs- und Endpunkt der kreativen Auseinandersetzung, des spontanen Wahrnehmens und der Arbeit an der Atmosphäre zwischen Musik und Zuhörern. Noch vor dem Konzert laden die Musiker am 28. Mai zum einführenden zweitägigen Workshop ein.
Es spielen Mohammadbagher Zeinali: Ud (doppelchörige Laute)
David Evans - mississippi blues
David Evans LECTURE - CONCERT "MISSISSIPPI BLUES" 18. Mai 2010, 19 Uhr, Eintritt frei!
David Evans lernte den Country Blues noch aus erster Hand einer älteren Generation von Bluesmusikern kennen. In den „coffeehouses“ von Massachusetts begegnete er Musikern, die später zu Blueslegenden wurden. Heute ist er Professor an der Memphis University, USA, bekannter Autor („Big Road Blues: Tradition and Creativity in the Folk Blues“) und Träger zahlreicher Auszeichnungen. Sein Enthusiasmus für die Erforschung des Blues mündet nicht zuletzt in über 30 Alben mit Studio- und Feldforschungsaufnahmen. Als Solist (Gesang und Gitarre) sowie unter anderem mit der Last Chance Jug Band bespielt er weltweit große Bühnen und atmosphärische Clubs. Im Center for World Music widmet sich David Evans in einem kommentierten Konzert dem Mississippi Blues. Ein lecture - concert mit David Evans im Center for World Music, 18. Mai 2010, 19 Uhr. Ein Klick auf www.myspace.com/uncledavidevans lohnt sich!
Ein Konzertbericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 20. Mai 2010: Der Teufel und der BluesBlues-Koryphäe David Evans kommentiert sein Konzert im Weltmusikzentrum Von Jacqueline Moschkau HILDESHEIM. Das Center for World Music hat es mal wieder geschafft: Mit David Evans kam Hildesheim in den Genuss, eine der noch lebenden Koryphäen des Mississippi-Blues live zu erleben. Im Lecture Concert zu den Ursprüngen der Bluesmusik lockte er Jung und Alt aus der Hildesheimer Bluesszene, von Studenten über Professoren und Kenner bis zu Musikern, in die Timotheuskirche. „Reisen und Liebe – das sind die großen Themen des Blues“, raunt Evans ins Mikro. Klar, was löst stärkere Emotionen aus als Heimweh, Fernweh oder eine verschmähte Liebe? Und genau darum geht es beim Urtypus des Folk Blues: „Er muss von ganz tief drinnen kommen.“ 1962, im Alter von 18 Jahren, habe er begonnen Gitarre zu spielen, erzählt Evans. 1965 begann er seine Blues-Recherche: „Field work“, also Feldstudien, nennt er es, und betrieb damit die damals gängige Praxis, den Blues zu erlernen. Er ist umhergereist in der Mississippi-Region, hat die Blueslegenden der ersten Generation getroffen, interviewt und vorallem – mit ihnen musiziert. Zum Beispiel den „See See Rider“, der erste Bluessong, den Evans zu spielen lernte. Das war 1964. Inzwischen kann er viele mehr, vielleicht alle der traditionellen Bluessongs. So auch den „Catfish Blues“, und das in einer sehr originalen Art und Weise, die düster und leidenschaftlich stark an die alten Zeiten erinnert. Der „Catfish Blues“ ist einer der Klassiker und wurde 1941 erstmals aufgenommen von Robert Petway. Mit betonter Lässigkeit legt Evans die Finger mal von unten, mal von oben auf das Griffbrett, spielt die Akkorde klar oder zieht die Finger von oben nach unten über den Gitarrenhals und zurück. Dieser sogenannte „slide style“ sei typisch für den Mississippi-Blues und funktioniere am Besten mit der Rückseite eines Messers, erklärt Evans. Was in diesen zwei Stunden passiert, ist mehr Lehrsituation als Konzert, denn Evans erklärt zwischen den Stücken genau, welche Töne aus welcher Skala er wie und wann verwendet, sowie welchen Ursprung der nächste Titel hat. Das Publikum lauscht gebannt Wort und Musik, manche beobachten ganz genau seinen Fingersatz und andere schließen die Augen. Die Köpfe nicken im Takt oder auch vor begeistertem Interesse. Selbst das Stimmen der Gitarre will gelernt sein. Evans zeigt, wie es geht, und bringt sein Instrument zum Winseln, so wie alle Bluesmusiker das tun, so wie Tommy Johnson es getan hat. Und der, so erzählt man, habe es vom Teufel gelernt. Weltweit 50 bis 60 Konzerte gebe er pro Jahr, so Evans. Aber er ist auch Professor für Musik an der University of Memphis. Dort gibt es eine Spezialabteilung für Folk Blues: die Rudi E. Scheidt School of Music. Seine Seminare laufen jedoch nicht so locker ab wie hier, schmunzelt er, sondern steriler. In der Timotheuskirche klatscht das Publikum nach den Musikbeiträgen, also doch eher ein kommentiertes Konzert. Als in den 1930er Jahren das Klavier die Bluesgitarre beeinflusst hat, entstand die Rhythmusfigur des „walking bass“. Dieses harmonische Stürmen kennt man aus dem Boogie-Woogie. Doch dann wird es etwas spezieller. Mit brüchiger Stimme und rasselnden Saiten demonstriert Evans die Pentatonik. Überhaupt erinnert der traditionelle Blues durch die vielen Wiederholungen der sprechgesangsartigen Textfragmente und eher unmelodischen Akkordmustern an rhythmisiertes Jammern. Es darf eben auch mal schräg klingen im Blues. Dann erst beginnt man über Hörgewohnheiten nachzudenken und darüber, dass diese Musik ein wichtiger Teil Kulturgeschichte ist. Denn speziell der Mississippi-Blues hat die Geschichte des Amerikas der Sklavenzeit, die Südstaatenmentalität, die Trinität von Plantagenwirtschaft, Musik und Whisky konserviert. Und genau das schafft Evans auf einprägsame Weise zu vermitteln – verbal und akustisch. Feierliche Übergabe der Sammlung koptischer Musik des Patriarchats der koptischen Kirche in KairoAls Abschluss eines mehrmonatigen Digitalisierungsprojektes wurde am 1. Februar 2010 die einzigartige Sammlung liturgischer Gesänge der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten, deren Wurzeln bis in die Zeit der Kirchengründung durch den Apostel Markus zurückreichen, an das Center for World Music feierlich übergeben. Das Department of Hymns and Music am Institute for Coptic Studies in Kairo beherbergt den Gesang der bedeutendsten Kantoren ihrer Zeit, einzigartige Klangdokumente dieses musikalischen Kulturgutes weltweit. Diese Sammlung wurde im Herbst 2009 in einer Kooperation zwischen dem Koptisch-Orthodoxen Patriarchat in Kairo/ Alexandria mit direkter Unterstützung durch Papst Shenouda III. und der Stiftung Universität Hildesheim sowie der Hochschule für Musik und Theater Hannover digital gesichert und wird am Center for World Music zugänglich gemacht. Das Projekt wurde finanziell durch die Stiftung Niedersachsen und das Auswärtige Amt ermöglicht.
(v.l.n.r.) Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim; Dr. Michael Gatthas, Leitung der Musikalischen Sammlung der koptischen Kirche in Kairo; Prof. Dr. Raimund Vogels, Hochschule für Musik und Theater Hannover und Vorstandsmitglied Center for World Music; Anba Damian, Koptischer Bischof für Deutschland; Joachim Werren, Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen
Prof. Dr. Raimund Vogels, Hochschule für Musik und Theater Hannover; Vorstandsmitglied Center for World Music
Anba Damian, Koptischer Bischof für Deutschland
(v.r.n.l.) Dr. Michael Gatthas, Leitung der Musikalischen Sammlung der koptischen Kirche in Kairo; Anba Damian, Koptischer Bischof für Deutschland "Weltmusik" DonzentenkonzertUnter dem Motto „Weltmusik“ luden InstrumentallehrerInnen der Stiftung Universität Hildesheim am 20. Januar 2010 zu einem ganz besonderen Konzert ins Center for World Music ein. Die InstrumentallehrerInnen und Studenten aus dem Institut für Musik und Musikwissenschaft präsentierten sich mit einzigartigen Instrumenten und Kompositionen aus Kuba, Nordindien, Indonesien, der Türkei, Guinea und Brasilien.
Kaveh Madadi (tabla), Yogendra (sitar) © Olga Weiß
„Gender Wayang“ - Gamelan Ensemble mit Franziska Dellinger, Sabrina Fluk, Andreas Herdy (Leitung), Juliane Krüger (v.l.n.r.) © Olga Weiß
Levent Özdemir (baglama) © Olga Weiß
"Samba-Ensemble” (Leitung Nana Zeh) © Olga Weiß
„Los Bandidos de la Universidad” (Leitung Oliver Gross) © Olga Weiß
Bläsergruppe der „Los Bandidos de la Universidad” © Olga Weiß
© Olga Weiß
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