Ein Fall für zwei! organization studies schließt Modellprojekt zur Qualifizierungen ständiger Vertreterinnen und Vertreter von Schulleiterinnen und Schulleitern ab
Im Flugzeug ist das Duo Pilot/Copilot selbstverständlich – in Schulen soll es Selbstverständlichkeit werden: Die Funktion „Stellvertretung“ erhält eine besondere Dignität in der Leitung eigenverantwortlicher Schulen. Einerseits soll hierdurch die Schulleitung sinnvoll und überzeugend entlastet werden, andererseits soll gegenüber dem Kollegium und anderen schulischen Interessengruppen eine klar kommunizierte und förderliche ‚Brückenfunktion‘ eingenommen werden, um die Prozesse der Schulentwicklung noch wirksamer zu initiieren, zu begleiten, zu fördern und zu evaluieren.
Unter Einbeziehung umfangreichen Sachverstands aus dem Gesamtsystem „Schule“ (vor allem durch Vertreter der Schulpraxis: Einbeziehung ca. 60 stellv. Schulleitungen) und durch sukzessiven wissenschaftlichen Import (aktuelle Führungsforschung; Forschung zu lose/eng gekoppelten Systemen) wurde für die eigenverantwortliche Schule eine zukunftsweisende Leitungs-Konzeption schrittweise auf immer höherem Niveau entwickelt.
Schulleitung und Stellvertretung wirken als „Wertschöpfungs-Gemeinschaft“. In diesem Sinne zielte das Projekt auf eine grundlegende Differenzierung der Führungsaufgaben in eigenverantwortlichen Schulen, auf die entsprechende Profilierung der Stellvertreter-Funktion (Rollen, Verantwortung, Aufgaben) und auf die Ausgestaltung der Stellvertretungs-Rollen in drei verschiedenen Modi „Stellvertretung auf Zeit“, “Bewusst dienende 2. Reihe“ und „Qualifikation für spätere Schulleitung“.
Nach 1 ½ Jahren Projektzeit liegt ein origineller Beitrag zur schulischen Führungskonzeption in Form von erprobten Konzepten und Curriculum-/Trainingsmaterialien vor. Auf einer Abschlusstagung am 3. März in der Universität Hildesheim
wurde Stellvertretung zunächst aus einer historischen und einer modernen Perspektive beleuchtet: Landesbischof Prof. Dr. Weber erläuterte die theologische Sicht von Stellvertretung und eine Pilotin der Lufthansa und Luftsicherheitsexpertin Stromeyer stellt das fliegerische Verständnis von ständiger Vertretung im Cockpit dar,
stellte Projektleiter Dr. Herbert Asselmeyer die umfangreichen Forschungsergebnisse vor (Rede)
erhielten die 60 qualifizierten ständigen Vertreter ihre Zertifikate
und der Präsident des NiLS, Prof. Hasenclever, diskutierte abschließend die Möglichkeiten der Verstetigung des Projekts, vor allem die nachhaltige Qualifikation zukünftiger ständiger Vertretungen.
Übergabe der Urkunden an die Teilnehmerinnen udn Teilnehmer der Qualifizierungsreihe.
Die nds. Kultusministerin Heister-Neumann eröffenete die Tagung. Hier im Gespräch mit Dr. Asselmeyer (wissenschaftliche Leitung des Projekts) und Prof. Hasenclever (Präsident des NiLS).
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