Digitalisierung koptisch orthodoxer Musik und
Hymnen des Instituts für koptische Studien, Kairo
Willkommen auf der Internetseite des Projektes zur Digitalisierung der Sammlung koptisch orthodoxer Musik und Hymnen im Institut für koptische Studien in Kairo! Im Sommer 2009 digitalisierte eine ägyptisch-deutsche Arbeitsgruppe diese wertvolle Musiksammlung, bestehend aus 600 Magnettonbändern mit Aufnahmen koptisch orthodoxer Musik in den Räumen des koptisch orthodoxen Patriarchats. Die Arbeiten wurden im Fachbereich für Hymnen und Musik des Instituts für Koptische Studien des koptisch orthodoxen Patriarchats in Kairo durchgeführt.
Hier finden Sie auch aktuelle Hinweise auf Neuigkeiten, Tagungen oder Forschungsmöglichkeiten.
Der koptisch orthodoxe Musikwissenschaftler Dr. Ragheb Muftah hatte sein Leben
der Aufzeichnung koptischer Hymnen und Gesänge gewidmet. Während frühe Aufzeichnungen direkt auf Schallplatten gepresst wurden, ging Muftah, von 1954-2001 Leiter der Abteilung der koptisch orthodoxen Hymnen und Musik im Institut für koptische Studien in Kairo bald zum Magnettonbandverfahren über.
Nach dessenTod wurde Dr. Michael Ghattas im Jahr 2002 die Aufgabe des Direktors des Fachbereichs für Hymnen und Musik übertragen und damit auch die Verwaltung
der Tonbandsammlung, insgesamt mehr als 600 Bänder. Jedes Band enthält
zwischen 30 und 90 Minuten koptisch orthodoxerer Gesänge, die im Verlauf des
vorangegangen halben Jahrhunderts an verschiedenen Orten erstellt worden waren. Die Bänder waren mehrere Jahrzehnte lang dem heißen ägyptischen Klima
ausgesetzt, und befanden sich daher in einem anfälligen Zustand. Niemand konnte genau vorhersagen, wie viele Male ein Band noch abgespielt werden konnte, ohne es ernsthaft zu beschädigen oder sogar vollends zu zerstören. Da die Bänder Unikate sind, wäre somit ihr Inhalt unwiderruflich verloren gegangen.
Konfrontiert mit solchen Problemen entschied Dr. Ghattas, die Aufnahmen dieser liturgischen Hymnen der ihm anvertrauten Abteilung mit Hilfe einer Methode zu konservieren, die Verfall und Korrosion besser standhalten würden als Magnetbänder. Gemeinsam mit seinem Studienfreund, dem ev.-luth. Pastor Markus Lesinski, der dieses Projekt als Projektkoordinator betreute, überzeugte Dr. Ghattas den Musikethnologen Prof. Dr. Raimund Vogels von der Hochschule für Musik und Theater Hannover von der Notwendigkeit, gemeinsam eine digitale Kopie der Sammlung koptisch orthodoxer Gesänge und Musik im koptisch orthodoxen Patriarchat anzufertigen. Auf diese Weise entstand ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Abteilung für koptische Musik und Hymnen im Institut für Koptische Studien in Kairo und dem Center for World Music, einer gemeinsamen Einrichtung der Hochschule für Musik und Theater Hannover und der Universität Hildesheim.
Dank der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und der Stiftung Niedersachsen konnten unter anderem eine hochwertige Ausrüstung bestehend aus digitalen Aufnahmegeräten und zusätzlichem Computerzubehör erstanden werden. Darüber hinaus wurde das Projekt durch die Deutsche Botschaft in Kairo unterstützt. Die Digitalisierungsarbeiten fanden in der Abteilung für koptisch orthodoxe Hymnen und Musik im Institut für koptische Studien auf dem Gelände des koptisch orthodoxen Patriarchats in Kairo statt. Das Patriarchat beteiligte sich durch Bereitstellung der Arbeitsräume, deren elektrische Ausstattung, durch Sprachunterricht, Unterbringung und Exkursionen. Die Digitalisierungsarbeiten wurden von einer ägyptisch-deutschen Arbeitsgruppe, bestehend aus vier Studenten der Abteilung für koptisch orthodoxe Hymnen und Musik in Kairo sowie vier deutschen Studenten durchgeführt. Nicht zuletzt dank der technischen Einführung durch Thomas Lösch, CIO/ CTO an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und dem Ton-/ Medientechniker und Musikethnologen Albrecht Wiedmann am Berliner Phonogramm-Archiv im Ethnologischen Museum Berlin konnte das Team während der Monate August und September 2009 über 600 Bänder digitalisieren.
Glücklicherweise erwies sich der Großteil der Bänder im Verlauf des Digitalisierungsprozesses als relativ gut erhalten, so dass die Arbeit zügig vonstatten ging und somit qualitativ exzellente Audiodigitalisate erstellt werden konnten. Die Notwendigkeit des Projekts wurde dadurch bestätigt, dass einige Bänder bereits nahezu irreparabel beschädigt waren. Am 06. Oktober 2009 wurde die digitale Version dieser Sammlung koptisch orthodoxer Musik und Hymnen dem koptisch orthodoxen Patriarchen, seiner Heiligkeit Papst Shenouda III. in einer Zeremonie übergeben. Am 01. Februar 2010 wurde sie im Center for World Music in Hildesheim der deutschen Öffentlichkeit präsentiert.
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