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Montag, 27. Februar 2012   / 3 Jahre
Interesse am Gasthörerstudium: Siegfried Sauer, Annemarie Kruse und Karl Dieter Wiennecke sind langjährige Gasthörer an der Universität Hildesheim.

Interesse am Gasthörerstudium: Siegfried Sauer, Annemarie Kruse und Karl Dieter Wiennecke sind langjährige Gasthörer an der Universität Hildesheim.

Wissensdurst im Alter

Was suchen und was finden ältere Menschen in der Universität? Wie reagieren Universitäten auf den demografischen Wandel? Zukunftsfähigkeit der Bildung Älterer in Hochschulen – die Stiftung Universität Hildesheim richtet unter diesem Thema die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere vom 29. Februar bis 2. März 2012 aus. Experten aus ganz Deutschland werden erwartet. Die Altersforscherin und Bundesministerin a.D. Prof. Dr. Ursula Lehr hält am 1. März einen öffentlichen Vortrag.

In Vorträgen und Arbeitsgruppen werden auf der Expertentagung Perspektiven für das Lernen älterer Menschen im akademischen Kontext und das intergenerationelle Lernen, Ergebnisse der Alters- und Hochschulforschung sowie Chancen und Herausforderungen im Zuge demografischer Veränderungen erörtert.

„Ältere Menschen finden in Hochschulen Gelegenheiten, sich mit Themen und Fragen auseinanderzusetzen, die ihnen schon lange wichtig waren. Sie treffen auf interessante Professoren und auf junge Studierende. Sie entdecken neue Fragen, fühlen sich in alten bestätigt oder wieder herausgefordert. Sie finden ein Möglichkeit, dem ‚Leben Jahre zu geben‘, wie die bekannte Altersforscherin Professorin Ursula Lehr es ausdrückt“, erläutert Prof. Dr. Erwin Wagner, Leiter des center for lifelong learning (cl3) der Stiftung Universität Hildesheim.

„Hochschulen halten ihre Türen offen für ältere Studierende, weil sie sich als ein Ort des Lernens verstehen, an dem auch ältere Bürgerinnen und Bürger Chancen und Angebote für lebensbegleitendes Lernen finden sollen“, sagt Prof. Wagner und verweist auf das große Interesse älterer Studierender an Lehre und Forschung. Das Studium älterer Menschen – sei es nun als Gast- oder Seniorenstudium – ist seit langem bundesweit gute Praxis. Auch die Stiftung Universität Hildesheim bietet über das cl3 seit 25 Jahren diese Möglichkeit an.

Weshalb sollte man dann über „Zukunftsfähigkeit“ sprechen? „Hochschulen verändern sich. Die ‚Bologna-Reform‘ hat zu einer anderen Studienkultur beigetragen. Manche Studierenden wollen intensiver studieren; andere wollen möglichst frei bleiben in der Art, wie sie die Angebote der Hochschulen nutzen. Forschung und Wissenschaft finden neue Einsichten zum Lernen älterer Menschen. Hochschulen denken neu darüber nach, welchen Menschen sie in der Zukunft welche Studienangebote eröffnen wollen. Es gibt genügend Gründe, darüber nachzudenken, wie die Zukunft älterer Studierender in unseren Hochschulen gestaltet werden soll“, unterstreicht Prof. Wagner und weist auch auf den demografischen Wandel hin, auf den die Hochschulen reagieren müssen und werden.

Gasthörerstudium in Hildesheim seit 25 Jahren

Etwa 130 Gasthörende sind aktuell an der Universität Hildesheim eingeschrieben, davon sind rund 80 Prozent über 60 Jahre. Dabei bietet die Universität Hildesheim kein gesondertes Seniorenstudium an, Gasthörende studieren im regulären Uni-Betrieb. Siegfried Sauer, Annemarie Kruse und Karl Dieter Wiennecke sind langjährige Gasthörer an der Universität Hildesheim und schätzen den Austausch mit den jüngeren Studierenden und die Breite im Lehrangebot. „Lernen mit 65, 75 oder älter ist spannend." „Meine Enkel finden es toll, dass ich regelmäßig zur Uni gehe", erzählt Sauer. Viele der Gasthörenden wählen die Fächer Geschichte, Philosophie, Literatur oder Kunst. Die Resonanz im Bekanntenkreis sei unterschiedlich, sagen Karl Dieter Wiennecke und Annemarie Kruse. „Das Studium bietet eine Möglichkeit, nicht von 100 auf 0 zu fallen, nachdem man im Berufsleben ausscheidet. Wir möchten etwas für unseren Kopf tun. Die Lehrenden und die jungen Studierenden eröffnen neue Sichtweisen", beschreiben sie ihren Wissensdurst im Alter.

Jahrestagung „Zukunftsfähigkeit der Bildung Älterer in Hochschulen“

Das center for lifelong learning (cl³) der Universität Hildesheim organisiert die Jahrestagung 2012 der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAG WiWA) in der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF). Die BAG WiWA ist der Dachverband aller deutschen Universitäten und Einrichtungen, die Angebote für ältere Studierende haben. Es wird eine ebenso wissenschaftlich wie strategisch ausgerichtete Fachtagung, zu der Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland erwartet werden. Die Tagung findet vom 29. Februar bis 2. März 2012 statt.

Öffentlicher Vortrag von Bundesministerin a. D. Prof. Dr. Ursula Lehr

Die Bundeministerin a. D. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ursula Lehr hält einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Dem Leben Jahre geben – auch durch ein Seniorenstudium! Was braucht es dafür?“. Interessierte sind ausdrücklich zum Vortrag eingeladen; Donnerstag, 1. März, 13:00 Uhr (Hörsaal 1, Universität Hildesheim).

Von: Pressestelle, Isa Lange
 
 
 
Letzte Änderung:  8.10.2014