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Dienstag, 11. April 2000   / 14 Jahre

Statt Fehler einzusehen wird mit Füßen getreten

SPD-Politiker Domröse und Gabriel diffamieren nachträglich den Studiengang Informatik zur Rechtfertigung der Schließung 1996

Die Präsidentin der Universität Hildesheim wehrt sich gegen die nachträgliche Diffamierung der 1996 geschlossenen Diplomstudiengänge Informatik und Wirtschaftsmathematik. Die Aussage des SPD-Politikers Heinz-Wolfgang Domröse in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 30.03.2000, dass es sich bei dem Hildesheimer Studienangebot um einen "Theorie-Studiengang" gehandelt habe, der in eine "Sackgasse" geführt hätte, ist eine Verdrehung der Tatsachen und würde nachträglich die Leistungen der Professoren, Absolventen und Studierenden an einer niedersächsischen Universität verunglimpfen.

Der amtierende Ministerpräsident des Landes Niedersachsen hat am 5. April 2000 auf einem Empfang der Handwerkskammer Hildesheim diesen Tenor aufgegriffen. Nach seiner Aussage hätten an der Universität Hildesheim keine Spitzenleistungen erbracht werden können, da sie sich mit den anderen Standorten in Konkurrenz befunden hätte.

Die Zahlen über die hervorragende Auslastung des Studiengangs an der Universität Hildesheim, den sehr hohen Frauenanteil und die in dem sehr hohen Drittmittelaufkommen dokumentierte Praxisorientierung des Studiengangs widerlegen diese Einschätzungen, werden jedoch von den Politikern ignoriert, um von der Fehlentscheidung der SPD 1996 abzulenken.

Dass es sich um eine Fehlentscheidung handelt, ist unbestritten und wurde 1996 bereits vom Fakultätentag Informatik der Hochschulen in Deutschland kritisiert. Diese Einschätzung wurde 1999 im Urteil des OVG Lüneburg erneut bestätigt. In der offiziellen Begründung des Abzugs hatte das Ministerium laut OVG die hohe Qualität der Ausbildung, deren einzigartige und innovative Ausrichtung sowie die hervorragende Auslastung nicht gewürdigt und insbesondere die nachhaltige Schädigung der gesamten Universität völlig außer Acht gelassen. Diesen totalen Abwägungsausfall hat das höchste Verwaltungsgericht des Landes nicht hingenommen. In erster Linie sind es sachliche Ermessensdefizite, die zur folgenschweren Streichung der Studiengänge geführt haben.

Auch stimme es nicht, so die Präsidentin der Universität, wenn Ministerpräsident Gabriel heute berichtet, dass die Universität Kompensationen in Randbereichen der Informatik erhalten habe. Im Gegenteil hat die Universität Hildesheim mit dem Abzug der Studiengänge 22 Prozent ihres Haushalts einsparen müssen, während alle anderen niedersächsischen Universitäten im Rahmen des Strukturkonzepts 1996 nur zwischen 2 bis 10 Prozent eingespart haben.

Von seiten der Universität Hildesheim wird eine faire Auseinandersetzung zum Thema Informatik angestrebt. Die Präsidentin betont, dass man bei den von der Universität Hildesheim entwickelten Konzepten zur Verknüpfung von informationstechnologischer Kompetenz für Lehrerbildung und Schule Unterstützung vom Ministerium erwarte. Die Informationstechnologie müsse vor dem Hintergrund der aktuellen Bedarfe auch am Universitätsstandort Hildesheim gestärkt werden.

 
 
 
Letzte Änderung:  4.02.2014