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Dienstag, 06. März 2012   / 3 Jahre
Luisa Jahn und Kristina Klimke tauschen sich im Lese- und Schreibzentrum über Schreibprozesse aus.

Luisa Jahn und Kristina Klimke tauschen sich im Lese- und Schreibzentrum über Schreibprozesse aus.

Nachtaktiv! Schreibberatung für Studierende mit Langzeitwirkung

Nachtaktiv – Studierende der Stiftung Universität Hildesheim verbrachten eine Nacht im Lese- und Schreibzentrum der Universität. Ziemlich ungewöhnlich – doch den Schreibprozessen tut die Abwechslung gut. „Wissenschaftliches Schreiben lernen ist wichtig – nicht zuletzt besteht ein großer Teil der Prüfungen aus schriftlichen Hausarbeiten“, unterstreicht Luisa Jahn, die sich mit dem „EU-Beitritt von Island“ beschäftigte.

„Ich war noch nie bei der Schreibberatung. Dann bin ich auf die ‚Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten‘ aufmerksam geworden und finde es irgendwie cool, dass die Schreibberatung auch abends angeboten wird“, sagt Luisa Jahn und blickt zurück in ihr Buch. Es ist 23:00 Uhr, die Lichter am Bühler-Campus brennen, die Laptops laufen neben Bücherstapeln und Salzstangen auf Hochtouren. „Luisa hat mir gerade ihre Gliederung der Hausarbeit gezeigt, es geht um den Beitritt Islands in die EU, ein komplexes Thema. Wir gehen das Konzept nun gemeinsam durch“, erklärt Kristina Klimke. Beide studieren „Internationale Kommunikation und Übersetzen“.

Recherchieren, redigieren und reflektieren – die dritte „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ in Hildesheim bot für Studierende am 1. März 2012 Gelegenheiten, sich gemeinsam über Schreibprozesse auszutauschen. Neben individuellen Schreibberatungen stand die gemeinsame Schreiberfahrung im Fokus.

Die Hälfte der Arbeit ist fertig. Einen weiteren Gliederungspunkt ihrer Gruppenarbeit wollen die beiden Studierenden der Erziehungswissenschaft, Sandra Kuwisch und Gina Franke, in dieser Nacht bearbeiten. „Wir schreiben unsere Hausarbeit zum Thema ‚Studieren mit Kind‘ und werten Interviews mit Hildesheimer Studierenden aus“, erzählt die 21-jährige Franke und freut sich auf den gemeinsamen Austausch mit Kommilitonen und Schreibtutoren. Dass Studierenden Angebote gemacht werden, wissenschaftliches Schreiben zu lernen und Rat von professioneller Seite zu bekommen, findet Sandra Kuwisch wichtig, wie solle sie das sonst erlernen, außer durch trial-and-error? Die Lange Nacht biete einen Anlass, einzusteigen und die Schreibberatung zu „testen“.

Für Kai Gosse dreht sich in dieser Nacht alles um Immanuel Kants Schrift „Zum Ewigen Frieden". Zu Hause hat der Lehramtsstudent für seine Hausarbeit kein Ende gefunden – er nutzt die Chance, unter Gleichgesinnten zum Schluss zu kommen und hofft auf eine Prise Inspiration.

„Wir möchten Schreiblust wecken und wach halten“, unterstreicht  Professorin Dr. Irene Pieper, wissenschaftliche Leiterin des Lese- und Schreibzentrums (LSZ) der Stiftung Universität Hildesheim. „Schreibberatung ist ein Unterstützungsangebot für Studierende – auf dem Weg zum selbstständigen wissenschaftlichen Schreiben.“ „Wir sind natürlich auch tagsüber offen“, sagt die Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik und hebt hervor, dass das Team des Lese- und Schreibzentrums Gelegenheiten schafft, sich über Schreibprozesse und Schreibvorhaben auszutauschen. Die Schreibberatung werde seit den regelmäßigen Langen Nächten gut angenommen. „Es kommen immer wieder neue Studierende zu uns, mit spannenden Themen und Fragen.“

„Dabei richtet sich das Angebot der Schreibberatung an Studierende aller Fächer“, ergänzt Dr. Ulrike Bohle, wissenschaftliche Mitarbeiterin im LSZ und seit Beginn der Schreibberatung im Jahr 2006 dabei. Besonders der „Austausch auf Augenhöhe“ werde von den Studierenden gut angenommen – .Studierende werden regelmäßig als Schreibtutoren ausgebildet. Eine von ihnen ist Lehramtsstudentin Svenja Stahlkopf. „Man lernt bei jeder Beratung dazu“, unterstreicht sie. Gerade hat sie mit einer Studentin ein Thema im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ eingegrenzt. „Wenn man über Schreibschwierigkeiten oder Herausforderungen spricht, ist der erste wichtige Schritt getan.“

Zur zweiten bundesweiten „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ öffneten deutschlandweit 13 Schreibzentren sowie zwei amerikanische Writing Centers ihre Türen für Studierende. 2011 schrieben an der Universität Hildesheim etwa 120 Studierende bis zum Morgengrauen. Viele nehmen seitdem die reguläre Schreibberatung in Anspruch. Eine vierte Lange Nacht soll Frühjahr 2013 in Hildesheim angeboten werden.

Schreibberatung in der vorlesungsfreien Zeit

Mittwochs von 10:00 bis 12:00 Uhr und donnerstags von 14:00 bis 16:00 Uhr können Studierende zur Schreibberatung in das Lese- und Schreibzentrum am Bühler-Campus kommen (außer in den Wochen vom 19.-23. März und 26.-30. März).

Kontakt: schreibberatung[at]uni-hildesheim.de / Kontakt zu den Schreibtutoren: schreibtutoren[at]uni-hildesheim.de

Schreibwochen vom 19. bis 30. März 2012

Das Lese- und Schreibzentrum (LSZ) bietet vom 19. bis 30. März die Schreibwochen an. Jeden Morgen von 9:00 bis 11:00 Uhr: Input zum wissenschaftlichen Schreiben und Gelegenheit zum Austausch. Den Rest des Tages können Studierende in Gesellschaft an ihrer Arbeit im LSZ weiterschreiben.

Schreibberaterin Jana Zegenhagen im Interview mit dem NDR. Eine Reportage von Jens Otto (3 Min., 02.03.2012)

NDR info Hörfunk-Beitrag (02.03.2012; Beitrag nicht mehr online verfügbar)

„Hildesheimer Nächte sind lang. Ortstermin" Eine Reportage von Lina Sulzbacher in der TAZ - Die Tageszeitung, 06.03.2012 (print und online)

Von: Pressestelle, Isa Lange
 
 
 
Letzte Änderung:  8.10.2014