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Donnerstag, 19. Januar 2012   / 2 Jahre
Prof. Dr. Marianne Kneuer untersucht Demokratisierungsprozesse – deren Verlauf, Erfolg oder Nichterfolg.

Prof. Dr. Marianne Kneuer untersucht Demokratisierungsprozesse – deren Verlauf, Erfolg oder Nichterfolg.

Demokratisierung und Internet

Welche Rolle spielen neue Medien in Autokratien und wie können sie den Aufbau von Demokratien beeinflussen? „Wir wollen in Hildesheim ein Forschungsprogramm entwickeln, das aus meiner Sicht frei von euphorischer Begeisterung über das Mobilisierungspotenzial des Web 2.0 sein muss", erläutert Prof. Dr. Marianne Kneuer. Sie hält am Mittwoch, 25. Januar 2012, ihre öffentliche Antrittsvorlesung zum Thema „Demokratisierung und Internet“. Jüngst ist die Politikwissenschaftlerin der Stiftung Universität Hildesheim zur Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft gewählt worden.

Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Dr. Marianne Kneuer, Leiterin des Fachs Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften, liegen in der Demokratie- und Europaforschung. Sie erforscht zudem die Rolle des Internets und der neuen Kommunikationsmöglichkeiten in Demokratisierungsprozessen. Welche Rolle spielen neue Medien in Autokratien und wie können sie den Aufbau von Demokratien beeinflussen? „Wir wollen in Hildesheim ein Forschungsprogramm entwickeln, das aus meiner Sicht frei von euphorischer Begeisterung über das Mobilisierungspotenzial des Web 2.0 sein muss. Das Internet ist neutral und kann ebenso von den autokratischen Machthabern genutzt werden“, so Kneuer.

„Demokratisierung ist kein automatischer und linearer Prozess. Sogar rückläufige Prozesse sind denkbar.“ Professorin Kneuer untersucht Demokratisierungsprozesse – deren Verlauf, Erfolg oder Nichterfolg. Der Zusammenbruch von Autokratien garantiere noch keine Demokratie, dies belegen auch die arabischen Revolutionen. „Der arabische Frühling hat einen neuen Schub gebracht“, erklärt Kneuer. „Erstmals haben Länder der islamisch geprägten Welt begonnen, sich zu demokratisieren. Die Fälle Tunesiens, Ägyptens, Libyens, gleichermaßen Syrien und Jemen zeigen, dass autoritäre Machthaber nicht dauerhaft den Wunsch nach Partizipation, nach Meinungs- und Versammlungsfreiheit und freien und fairen Wahlen unterdrücken können.“ Jüngst diskutierte sie mit einer Delegation der Partneruniversität Nowgorod und Studierenden der Politikwissenschaft über die Wahl-Entwicklungen in Russland.

Von 1994 bis 1998 gehörte Marianne Kneuer dem Planungsstab von Bundespräsident Herzog an. Davor war sie als Journalistin, unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, tätig. Sie ist Mitherausgeberin der „Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft“ und der Buchreihen „Demokratiestudien. Demokratie und Demokratisierung in Theorie und Empirie“ sowie „Staatlichkeit und Governance in Transformation“.

In den Fachvertretungen der Politikwissenschaft in Deutschland ist Professorin Kneuer stark vertreten. Seit 2004 wirkt sie als Sprecherin des Arbeitskreises „Demokratieforschung“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) sowie seit 2005 als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP). Zur Vorsitzenden der DGfP ist Prof. Dr. Marianne Kneuer im November 2011 für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt worden.

Öffentliche Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Marianne Kneuer
Wann?  Mittwoch, 25. Januar 2012, 19:15 Uhr
Wo?      Hörsaal 1, Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim

Lesen Sie ein Portrait über Prof. Kneuer in der TAZ – Die Tageszeitung vom 21.01.2012 (print) auch online: Spezialistin für Systemwechsel (online-Artikel)

Von: Pressestelle, Isa Lange
 
 
 
Letzte Änderung:  4.02.2014