wir bieten...
Dekobild im Seitenkopf Artikel aus dem Pressemeldungsarchiv
 
Mittwoch, 01. Februar 2012   / 3 Jahre
Kulturwissenschaftler Timo Fuchs wird Korrespondent im ARD-Hörfunk-Studio in Washington D.C.

Kulturwissenschaftler Timo Fuchs wird Korrespondent im ARD-Hörfunk-Studio in Washington D.C.

Als Journalist nach Washington

Kulturwissenschaftler Timo Fuchs wird Korrespondent im ARD-Hörfunk-Studio in Washington D.C. „Verschiedene Themen, Genres oder Disziplinen miteinander zu verbinden ist essentiell für meine journalistische Arbeit. Der Blick über die Disziplin hinaus wird auch in der politischen Berichterstattung in Washington gefragt sein – ich versuche, Politik auch aus den Blickwinkeln der Gesellschaft, der Kunst, der Medien, des Sports zu betrachten", sagt er. Im Interview berichtet er Isa Lange, wie ihn das Studium an der Universität Hildesheim auf die Tätigkeit als Journalist vorbereitet hat.

Sie haben an der Universität Hildesheim Kulturwissenschaften studiert - nun sind Sie als Juniorkorrespondent im ARD-Hörfunk-Studio Washington D.C. gelandet...

Timo Fuchs: Durch das Studium in Hildesheim habe ich gelernt, fächerübergreifend zu arbeiten. Die Eigenschaft, verschiedene Themen, Genres oder Disziplinen miteinander zu verbinden ist essentiell für meine journalistische Arbeit. Der Blick über die Disziplin hinaus wird auch in der politischen Berichterstattung in Washington gefragt sein – ich versuche, Politik auch aus den Blickwinkeln der Gesellschaft, der Kunst, der Medien, des Sports zu betrachten. Alles andere wäre staubtrocken.

Welche Studieninhalte von damals sind heute für Sie besonders relevant?

Grundlage für meine journalistische Arbeit ist das Studium der Kulturwissenschaften. Allerdings geht es selbst bei einer Theaterrezension selten um auswendig gelerntes Wissen. Stattdessen muss man mit Strukturen umgehen, Strukturen in einer Musik nachvollziehen, den Aufbau einer Atmosphäre auf einer Bühne analysieren – und das in Worte fassen, um sie nachvollziehbar zu machen. Der Kontakt zur Praxis bereits im Studium war irrsinnig wichtig, um herauszufinden, was man mit all der Theorie anfangen will. Ich habe Praktika im Film, Fernsehen, Theater und Radio gemacht.

Sie waren als Reporter bei Radio Bremen, dann beim Saarländischen Rundfunk tätig. Was reizt Sie am Journalismus?

Ich möchte täglich ein abgeschlossenes Produkt betrachten können. Meistens gibt es im Hörfunk täglich viele davon, aus Text und Ton. Was mir daran gefällt ist, dass sich seriöse Information mit Spieltrieb mischen lassen, das werden die besten Stücke.
Außerdem sind zwei weitere Dinge verlockend: Zugang zu bekommen zu außergewöhnlichen Personen, Informationen, Momenten und genau diese Erlebnisse in eigener Sprache für viele Menschen zu übersetzen.

...und was reizt Sie an der Berichterstattung über politische Prozesse?

Die Tragweite, die die Berichte für andere Menschen haben. Immerhin ist man als Korrespondent in Washington D.C. ein Filter, um die Informationen eines ganzen Landes zu sortieren und zu bewerten. Dazu kommt die ungewöhnliche Situation aus einem anderen Kulturkreis zu berichten.

Was erwartet Sie in Washington?

Mit der Studioleiterin werden täglich die Themen zusammengestellt, die wir für interessant für Deutschland halten. Sie drehen sich häufig um Präsidentschaftskandidaten und Arbeitslosenzahlen, aber auch um Sportliches aus der NBA, oder Knaller aus Kunst und Wissenschaft. Dazu kommen Anfragen der deutschen Funkhäuser: In den Live-Sendungen muss man über die Themen in Gesprächen Rede und Antwort stehen – das ist die Königsklasse, finde ich. Besonders interessant wird es, wenn man mit dem Mikro in der Hand das Studio verlässt und den Ereignissen draußen nachspührt. Sich mit den Occupy Wall Street Protestlern unterhalten oder etwa auf einer Dienstreise in Texas den neuen Ölwahn beobachten. Ich bin gespannt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Von: Pressestelle, Isa Lange
 
 
 
Letzte Änderung: 12.06.2014